teilt in einer künftigen Verwaltungseinheit aufgehen zu lassen21 In diesem Sinne sind auch die Aktionen zu einem Anschluß des Restkreises Baumholder zu sehen, die NSDAP- Kreisleiter Zewen (St. Wendel) und Beamte des Landratsamtes St. Wendel Ende November 1935 durchführten und die von Bürckel zwar offiziell nicht unterstützt, doch sicherlich in seinem Sinne getätigt wurden22. Der Trierer Regierungspräsident Saassen, der ein Fortbestehen seines Regierungs¬ bezirks dann gefährdet sah, wenn, wie dies im Dezember 1935 Terboven für mög¬ lich hielt, der Restkreis Wadern dem Saarland zugeschlagen würde, wobei gleich¬ zeitig der Restkreis Baumholder und der Landesteil Birkenfeld in der Rheinpro¬ vinz aufgehen sollten, plädierte seinerseits in seiner Denkschrift vom 15. Januar 1936 für die Vereinigung des Stammkreises Merzig mit seinem Regierungsbezirk bei gleichzeitiger Eingliederung des Landesteiles Birkenfeld und des Restkreises Baumholder23. Diese Auffassung scheint von Terboven dann geteilt und von ihm nach einer Gauleiterbesprechung im Frühjahr 1936 auch als im Sinne Bürckels verstanden worden zu sein. Terboven glaubte, sich Bürckels Zustimmung zur Vereinigung der Stammkreise mit den Restkreisen im Rahmen der Rheinprovinz sicher zu sein, versuchte er doch in einem Brief vom 6. April 1936 an Bürckel be¬ reits praktische Maßnahmen zur künftigen Grenzbereinigung einzuleiten24. Doch räumte dieser ein, daß nach einer Festlegung Hitlers die Saarländer, die gemein¬ sam den Kampf geführt hätten, territorial nicht mehr aufgeteilt werden sollten25. Zwar brachte Bürckel gleichzeitig die Birkenfelder Frage26 mit ins Gespräch, doch sein Bezug auf Hitlers Argumentation dürfte letztlich so zu verstehen gewesen sein, daß er in dieser Sache nicht nachgeben wollte. Terboven hoffte noch im März 1937, seinen Vorschlag zur Vereinigung der Stammkreise (Merzig und St. Wen¬ del) mit der Rheinprovinz verwirklichen zu können27; seine Bemühungen zur Ar¬ rondierung seines Einflußbereichs, die mit denen Bürckels allerdings kollidierten, resultieren letztlich aus seiner großen Machtposition in der Rheinprovinz, wo er auch mit den übrigen drei Gauleitern seiner Provinz in ständigem innerparteili¬ chem Konflikt lag, so daß Heß im Frühjahr 1939 sogar eine regional begrenzte 21 Denkschrift v. 6.9.1935, "Saarländische Wirtschaftsautarkie": BA Koblenz, Best. R 18 Nr. 391. 22 Ausführlich bei H.-W. Herrmann, Mitteilungen, S. 340f. 23 Denkschr. Saassensv. 15.1.1936. LHA Koblenz, Best. 442, Nr. 15.477, S. 35-47. Vgl. Bürckels Schrift v. 5,9.1935, "Saarl. Wirtschaftsautarkie? - Eine Entgegnung auf die Denkschrift des Reg.Präs. von Trier v. 1.7.1035 über die wirtschaftl, Lage des Reg.Bez. Trier nach der Rückgliederung des Saargebie¬ tes. BA Koblenz, Best. R 18, Nr. 391, Bl. 72. 24 BA Koblenz, Best. R 18 Nr. 390. 25 Zit. b. H.-W. Herrmann, Mitteilungen, S. 342 (Brief Terbovens an Bürckel v. 8.2.1936). Ebd. Nr. 390. 26 Gern, dem sog. "Groß-Hamburg-Gesetz v. 26.1.1937 (RGBl. 1937 I, S. 91) Vereinigung des olden- burgischen Landesteils Birkenfeld mit dem Reg.Bez. Trier und am 1.4.1937 Vereinigung mit dem Restkreis Baumholder zu einem Landkreis. Vgl. H.-W. Herrmann, Mitteilungen, S, 342, Anm. 88 u. 89. BA Koblenz, Best. R 18, Nr. 5.343, S. 309-311. 27 Sehr. Terbovens an Staatssekretär Stuckart v. 8.4.1936. BA Koblenz, Best. R 18 Nr. 390. 301