rung übernahm der FestPi-Stab 13 (der Festlnsp. VI) mit dem vorläufigen Sitz in Saarbrücken28. Saarbrücken wurde nach der Rheinlandbesetzung wieder deutsche Garnisonsstadt. Am 7. März 1936 rückte ein Bataillon des bisher in Göttingen untergebrachten Inf.Reg. Nr. 17 ein, Regierungspräsident Jung schrieb nach dem Kriege, daß die Begeisterung der Saarbrücker unbeschreiblich gewesen sei, als das Bataillon unter Führung seines Kommandeurs, des Majors Gieseler, durch die Straßen der Adolf Hitler-Straße marschiert sei; dabei habe Gieseler befürchtet, "daß Frankreich die Gelegenheit - militärische Besetzung des gesamten linken Rheinufers durch unsere Truppen - benutzen werde, um über das nur halbwegs gerüstete Deutschland her¬ zufallen"29. Aus diesem Bataillon wurde das Inf.Reg. Nr. 70 unter Oberst Habe- nicht aufgestellt, das vor Kriegsausbruch in die bei St. Wendel und Homburg neu entstandenen Kasernen verlegte. In Saarbrücken verblieb das aus ihm hervorge¬ gangene Masch.-Gew.-Bataillon Nr. 14 unter Oberstleutnant Gieseler, ebenso die inzwischen aufgestellten Inf.Regimenter Nr. 125 unter Oberst Petersen und Nr. 126 unter Oberstleutnant Almers, das während des Krieges von Bataillons- auf Regimentsstärke aufwuchs30. "Am 6. Oktober 1936 empfingen viele Bürger der alten Gamisonsstadt Saarlouis ... mit großer Freude wieder deutsche Soldaten in ihren Mauern."31 Die Stadt be¬ herbergte künftig das aus ostpreußischen Infanterie-Einheiten neu aufgestellte III. Bataillon des Inf.Reg. 70 (ab 1937 als Inf.Reg. Graf Werder Nr.30) sowie eine Standortverwaltung. Die Soldaten bezogen die bisher von Mietern und Kleinbe¬ trieben benutzten alten Kasernen; erst 1937 entstanden neue Blöcke auf dem Ka- semengelände. Hinzu kam im November 1938 die Aufstellung des MG-Bataillons 13 (mot). In Merzig wurde 1937 auf dem Ellerberg mit dem Bau von Kasernen für die Wehrmacht begonnen und diese am 1. April 1939 von einem Bataillon des Grenz- Infanterie-Regiments 125 bezogen. Die Truppe, die am 25. August. 1939 infolge des drohenden Krieges ausrückte, kehrte nicht mehr zurück. Die im Bau befindli¬ che Pionierkaseme (ebenfalls auf dem Ellerberg) war bis Kriegsausbruch nicht mehr beziehbar32. Mit triumphalen Aufmärschen bezog das Militär seine neue Position an der Westgrenze des Reiches. Der Jubel der Bevölkerung lag durchaus im Rahmen nazistischer Massenveranstaltungen, wobei der patriotische Taumel der Rückgliederungsfeierlichkeiten einer vorsichtigeren und zurückhaltenderen Einstellung Platz gemacht hatte; größere Zustimmung fand dieser militärische Zuwachs bei den Gastronomen, dem Handel und dem Handwerk. Der Rüstungs¬ boom für die Großindustrie stand zu diesem Zeitpunkt noch aus. 28 Bettinger/Büren, Der Westwall, Bd. I, S. 59ff. Zum weiteren Ausbau s. die entspr. Bauprogramme. 29 "Meine pol. Erinnerungen in der Zeit vom 1930-1945". Hess. StaatsA Darmstadt, Abt. O 31 (Pak. un- verz.). 311 Vgl. Vgl. H.-W. Herrmann, Gedanken, S. 26f. 31 Vgl. L.K. Balzer, Saarlouis, S. 235, 242. 32 Frühere Militäranlagen (1916) stehen mit den Neubauten für die Wehrmacht nicht im Zusammenhang. 164