für die Einhaltung der im Versailler Vertrag verbürgten Rechte dar. So fragte Nietmann, nachdem er der Reko und dem Völkerbund das Mandat zuwies, für "das heilige Recht" der Saarländer auf "Heimkehr ins Vaterland" Sorge zu tragen: "Ist nicht jetzt - fast möchte ich sagen bis zum Überdruß - erwiesen, wie recht wir hat¬ ten, wenn wir die Reko und insbesondere ihren Präsidenten immer wieder in unse¬ ren Denkschriften auf die Gefahrenherde aufmerksam gemacht haben, von denen alle Welt allmählich weiß, daß sie (d. Verf.: die Gefahren durch Separatisten und Emigranten) die einzigen sind, die es gestern wie heute im Saargebiet gibt?"48 Und wenn sich die Deutsche Front in der Presse dann noch auf Hitler selbst beru¬ fen konnte, so stieg sicherlich ihre Glaubwürdigkeit in vielen Teilen der Bevölke¬ rung: "Der Führer und Reichskanzler hat dem Saarbevollmächtigten, Gauleiter Bürckel, zu den Ausführungen in Kaiserslautern über die künftig im Saargebiet zu verfolgende Politik seine volle Zustimmung ausgesprochen, das heißt also - kein Kulturkampf, keine Konzentrationslager, sondern kämpfen - und Schicksalge¬ meinschaft aller Deutschen an der Saar. Der Führer hat es bestätigt und hat sein Wort gegeben!"49 Eine bedeutende Rolle für den Erfolg des faschistischen Lagers spielten die Me¬ dien50. Bis zum Sommer 1934 befanden sich von 50 saarländischen Tageszeitun¬ gen 44 auf seiten der Deutschen Front, und diese galten mehr oder weniger als Sprachrohre einer Rückgliederung an ein nationalsozialistisches Reich. Zahlreiche Maßnahmen auf Reichsebene und an der Saar behinderten eine freie und ausgewo¬ gene Information der Bürger, sei es über Saarereignisse oder die Entwicklungen im Reich: ♦ ein Verbreitungsverbot von Zeitungen der SPD/S und KP im Reich ab Februar 1933, ♦ ein Verbreitungsverbot für das frankophile "Saarlouiser Journal" im Reichsgebiet ab Juli 1933, ♦ ein Inseratenboykott gegen die "Volksstimme", ♦ die Unterstützung der Reichspolitik durch die "Neunkirchener Zeitung", ♦ die Abhängigkeit der Saarpresse von den beiden reichstreuen Pressediensten, dem WolfFschen Telegraphenbüro und der Deutschen Saar-Korrespondenz, ♦ der Anschluß der Saar-Korrespondenz an die Deutsche Front und die Landesführung der NSDAP/Saar im November 1933, ♦ die Besetzung des Amtes des Vorsitzenden des Vereins der Saarpresse mit dem Leiter der Presseabteilung der NSDAP/Saar, Dr. König, im Oktober 1933, ♦ die Androhung von Repressalien nach der Rückgliederung gegen die der NS-Politik Zuwiderhandelnden Redakteure, ♦ die Absprachen des Vereins der Saarpresse über eine einheitliche Pressepolitik, ♦ die Versuche, die "katholische" S.L.Z. auf Reichskurs zu bringen, besonders die Ent¬ fernung von Johannes Hoffmann aus der Redaktionsleitung am 10. Februar 1934, 48 Ebd. Nr. 3. 49 S.Z. Nr. 11 v. 12.1.1935. 50 Zu den Medien s. ausführlich X. Kap. 1. 118