Hitler, beteuerte ihr Vorsitzender Franz Steegmann: "Die ganzen Jahre der Ab¬ trennung hindurch hat die Zentrumspartei des Saargebietes all ihr Mühen und Streben dem einen großen Ziel untergeordnet, das Saargebiet unversehrt dem Va¬ terland wiederum zuzuführen. Im nationalen Interesse war sie stets zur ehrlichen Zusammenarbeit mit allen Parteien bereit, die das gleiche Ziel erstreben."19 Die Deutsch-Saarländische Volkspartei Die Deutsch-Saarländische Volkspartei20 als Vertreterin des liberalen und demo¬ kratischen Bürgertums, als Sammlungsbewegung für die wirtschaftlichen und handwerklichen Vereinigungen, de facto Nachfolgerin der Nationalliberalen Par¬ tei, war nach 1919 ihres früheren Wählerstamms beraubt; ihre Ziele sah Ökono¬ mierat Klein auf einer Gründungsversammlung der Liberal-Demokratischen Partei in der Schaffung einer "festen Front" ... "gegenüber der Roten Flut"21. Neben den vielen Fehlern in der Vergangenheit, die auch in einer Überschätzung der Kraft des deutschen Volkes und in der Unterschätzung der Kraft der Gegner lagen, komme hinzu, "daß es in unserem deutschen Volk an einem tief und scharf ausge¬ prägten und einheitlichen Nationalbewußtsein fehlte"22. Im Vorfeld der Vorbereitungen zur Weimarer Nationalversammlung war die Partei 1919 als "Liberal-Demokratische Arbeitsgemeinschaft", allerdings mit Führungs¬ übergewicht auf demokratischer und nicht national-liberaler Seite, entstanden. In der Furcht wohl, von der Reko wegen ihrer scharfen Opposition im Beamtenstreik ausgeschaltet zu werden, hatte sie eine Neuorientierung vollzogen und war als "Liberale Volkspartei des Saargebietes" mit neuem Kurs angetreten. In die Wahl zum ersten saarländischen Landesrat 1922 war sie dann mit dem Ziel des Kampfes der deutschen Bevölkerung gegen die französische Annexionspolitik gezogen. Erst aufgrund ihres guten Abschneidens bei dieser Wahl (12,8 Proz.) kam es 1924 zum Zusammenschluß von Liberaler und Demokratischer Partei zur "Deutsch-Saarlän¬ dischen Volkspartei"23. In den 15 Jahren bis zur Volksabstimmung agierte die DSVP, was die Wähler¬ stimmen anbelangte, mit mehr oder weniger Erfolg (höchster Stimmenanteil mit 14,75 Proz. bei der Landesratswahl 1924). Ihre Stärke und ihr Einfluß lagen je¬ doch mehr in ihrer bedeutendsten Führungspersönlichkeit, des Kommerzienrates Dr. Hermann Röchling, - eines Mannes, der als Sachverständiger der Waffenstill¬ standskommission angehört hatte, der als Initiator des "Saargebietsschutzes" in Berlin galt und der bereits am 23, März 1933 in einem Brief an Hitler24 sein An¬ 19 BA Koblenz, Reichskanzlei: R 43 1/253 (Abschr.). 20 M. Zenner, Parteien, S. 170-179. 9| S.Z. Nr. 8 v. 8.1.1919: "Die Wahlbewegung für die Nationalversammlung". 99 Ebd. Redner: Gewerkschaflssekretär Otto Pick. 23 S.Z. Nr. 5 v. 6.1.1924: "Einigung!". 24 BA Koblenz, Reichskanzlei: R 43 1/253 (abgedr. b. M. Zenner, Parteien, S. 377, Anl. 7); vgl. E. Kun¬ kel, Die Sozialdemokrat. Partei, S. 38; vgl. hierzu auch den Brief Röchlings v. 28.4.1933 über "eine ab¬ solut enge Zusammenarbeit der drei nicht-marxistischen Parteien des Saargebietes, der NSDAP, des 76