Wählergruppen dieser Parteien. Demnach zeigt auch die Gegenüberstellung von Stimmenanteilen der in der Deutschen Front vereinten Parteien mit den Deutsch¬ landstimmen, daß sich etwa die Hälfte dieser Wähler aus dem Zentrum, der DSVP, der Bürgerlichen Mitte und der DNVP rekrutieren; dies überrascht zwar weniger, zeigt aber sowohl durch den in etwa gleichbleibenden 50prozentigen Stimmen¬ anteil als auch durch die fast übereinstimmenden Rangplätze in der Größen¬ ordnung der Stimmenanteile, daß die Wähler der bürgerlichen (mittleren) und rechten Parteien den Entscheidungen ihrer Führung gefolgt waren (vgl. Tab. 1) Es liegt natürlich die Vermutung nahe, von der Stärke rechter Wählergruppen, die gewissermaßen als Multiplikatoren gewirkt haben könnten, auf Größenverhältnisse bei den Deutschlandstimmen schließen zu können. Dies kann anhand einer Ge¬ genüberstellung dieser Stimmenanteile und den Stimmen für die NSDAP und die DNVP bei der Gemeinderats-, Kreistags- und Landesratswahl 1932 überprüft wer¬ den7. Der Vergleich der prozentualen Stimmenanteile für die NSDAP bei der Ge¬ meinderatswahl mit den für Deutschland abgegebenen Stimmen zeigt keine signi¬ fikanten Übereinstimmungen, auch nicht bei der Einbeziehung der DNVP-Stim- men. So erreicht Saarbrücken-Stadt bei der Kommunalwahl zwar 13,63% (NSDAP) bzw. 17,35% der Stimmen (NSDAP und DNVP) und weist damit im Landesvergleich die höchsten Gewinne auf, bildet aber bei der Volksabstimmung mit 86,93% der Deutschland-Stimmen das Schlußlicht. Oder umgekehrt, - der Kreis Merzig, bei der Abstimmung mit 94,41% der Spitzenreiter bei den Deutsch¬ land-Stimmen, liegt auf kommunaler Ebene mit den nationalen Stimmen an letzter Stelle. Eine ungefähre Entsprechung der Rangplätze im Landesvergleich liegt nur für den Kreis Ottweiler und den Bezirk Homburg vor, hat jedoch aufgrund der all¬ zu geringen Prozentanteile wenig Aussagekraft. Insgesamt korrelieren also die Deutschland-Stimmen der Abstimmung mit früheren rechten Stimmenanteilen weder bei der Kreistagswahl noch bei der Landesrats wähl. Somit kann von einer direkten Beeinflussung der Rückgliederungsstimmen durch bestehende nationali¬ stische Wählergruppen kaum gesprochen werden. Sicherlich mögen in Einzelfäl¬ len, besonders in kleineren Gemeinden, bereits vorhandene nationalsozialistische Gruppierungen am Zustandekommen einer hohen Anzahl von Rückgliederungs¬ stimmen nicht ganz unbeteiligt gewesen sein, doch ist auf breiter Ebene hierzu keine Gesetzmäßigkeit erkennbar. Mimbach mit den prozentual meisten Deutsch¬ land-Stimmen bei der Volksabstimmung scheint bei der Landesratswahl 1932 be¬ reits auf nationalsozialistischen Kurs zu gehen, erhalten doch in dem kleinen Dorf im Bezirk Homburg die Nationalsozialisten die meisten Stimmen. 7 ' Vgl. jeweils die folgenden Tabellen. 60