Fricks Rundschreiben vom 14. Juli 1934 Antragsteller als Adresse die "Beratungs¬ stelle der Deutschen Front für Abstimmungsberechtigte in Saarbrücken 111. Kai- serstraßc 9" angaben. Mit Recht betrachtete die Abstimmungskommission diese Praxis als Druckmittel gegen die freie Wahlentscheidung38. Von ihrem Ein¬ spruchsrecht in der Zeit der 30tägigen öffentlichen Auslegung der Listen (vom 26. September - 25. Oktober 1934) machten zahlreiche Saareinwohner Gebrauch; bis zum 9. November 1934 wurden diese Einsprüche von den Kreisbüros geprüft. Be¬ rufungen gingen an das Abstimmungsgericht, das bis zum 17. Dezember 1934 eine Entscheidung herbeizuführen hatte (Art. 25 WO). Bis zum 26. September 1934 belief sich die Zahl der Abstimmungsberechtigten in den vorläufigen Listen auf 532.740, von denen 55.794 außerhalb des Saargebietes wohnten. In den acht Kreisen ergab sich folgende Zusammenstellung39: Kreis insgesamt davon außerhalb Saarbrücken/Stadt 78.612 13.000 ( 88.596) Saarbrücken/Land 141.280 13.890 (138.158) Saarlouis 94.820 9.113 ( 95.598) Merzig 25.400 2.267 ( 25.047) St. Wendel 22.112 1.492 ( 22.176) Ottweiler 100.716 9.225 (100.770) Homburg 31.386 3.710 ( 31.448) St. Ingbert 38.414 3.097 (37.748) 532.740 55.794 (539.541) Die recht unterschiedlichen Zahlenangaben lassen die Flut von Einsprüchen er¬ messen. so daß die Abstimmungskommission am 1. Oktober 1934 in der Presse verkünden ließ, "bei Berichtigungen offenbarer Irrtümer (sei) von der Einhaltung des Einspruchsverfahrens abzusehen" und die Kreisinspektoren seien ermächtigt, entsprechende Änderungen vorzunehmen40. 38 Brief des Präs, der Abstimmungskommission an den Generalsekretär des Völkerbundes vom 5.9.1934; SDN JO 15, 1934. S. 1.204f. Gern, dem 3. Bericht der Abstimmungskommission: SDN JO 15, 1934, S. 1.660; die Zahlen in Klam¬ mem stellen die endgültigen Zahlen am Abstimmungstage dar, wie sie vom Rat veröffentlicht wurden, SND JO 16, 1935. S. 245. Zur Zahl der Abstimmungsberechtigten s. versch. Schreiben des OB Dr. Neikes im StadtA Saarbrücken, Best. Großstadt, Nr. 2.953, ebenso zur "Fälschung der Ab¬ stimmungslisten oder Fälschung der öffentlichen Meinung". 40 S.Z. v. 1.10.1934 mit entspr. Ankündigung. 40