1) Kaufleute und technische Angestellte (180, 231, 233)167 Selbständige und vor allem Angestellte aus dem kaufmännischen wie auch aus dem technischen Bereich waren im Falle eines Zuzugs nach Malstatt-Burbach in der Regel zwischen 24 und 27 Jahren alt. Dies entsprach angesichts des jugendlichen Durch¬ schnittsalters der Gesamtimmigrantenschaft einem mittleren Altersniveau.168 Fast drei Viertel (73%) von ihnen kamen alleine, d.h. ohne familiären Anhang in die Kommune. Die meisten dürften gerade im Begriff gewesen sein, als Jungkaufleute bzw. technisches Nachwuchspersonal erste Berufserfahrungen zu sammeln. Zugleich handelte es sich um den Personenkreis mit dem geringsten Katholikenanteil (43,2%), der höchsten Protestantenquote (51,0%) und einer im Berufsgruppenvergleich einzigartig umfangreichen jüdischen Minderheit (5,8%). Diese Leute kamen eindeutig aus städtischen Kontexten169 und zwar vorzugsweise aus dem Nahbereich von weniger als 30 Kilometern Entfernung, aber auch mit im Vergleich zu den anderen Berufsgruppen überaus starken Kontingenten aus Distanzbereichen zwi¬ schen 80 und 550 Kilometern. Der Zuzug seitens der Kaufleute und der Techniker erfolgte somit entweder aus der unmittelbaren Saarbrücker Agglomerationszone oder aus Urbanisierungszonen von außerhalb des direkten Saar-Lor-Lux-Raumes. In der erweiterten Nahdistanz gab sich diese Gruppe verhältnismäßig immobil. Insgesamt besaßen diese Berufsstände eine ausgeprägte Tendenz zur Seßhaftigkeit: man verweilte von Ausnahmen abgesehen (3,9%) mindestens ein halbes Jahr und häufiger noch mehrere Jahre ohne einen erneuten Wohnortwechsel. Nur etwa ein Drittel (36%) von ihnen verließ Malstatt-Burbach vor Ablauf eines Jahres.170 167 Vgl. Anhang B2. 168 Das Durchschnittsalter in diesem Cluster betrug 25,9 Jahre bei einer Standardabweichung von 7,6 Jahren. Der Altersdurchschnitt in der Gesamtheit der Zuwanderer nach Malstatt-Burbach betrug 21,8 Jahre bei einer Standardabweichung von 13,1 Jahren. 155 Mehr als drei Viertel (76,8%) der Kaufleute und Techniker kamen aus urban-industriell recht weit entwickelten Kreisen der Rangkategorien 5 bis 7. Dies waren über 7 Prozentpunkte mehr ali> der Zuzugsanteil der diesbezüglich nächststärksten Berufsgruppe der hochqualifizierten Facharbeiter (69,5%). 170 Zur Verweildauer der Immigranten in Malstatt-Burbach und Diedenhofen vgl. ausführlich Kapitel E. 197