Epilog Abschließend ein Wort in eigener Sache: Gerade der Verfasser von querschnittartigen Überblicksdarstellungen oder - ärger noch — von Vollständigkeit beanspruchenden Schriftenverzeichnissen kommt oftmals nicht umhin, sich jene überlegene Einsicht des Mephistopheles aus der Studierzimmerszene zu eigen zu machen.7 Dieser sehr realen Ge¬ fahr sollte durch die bewußte Konzentration auf die Herausarbeitung monastischer „Schriftstellerpersönlichkeiten“ begegnet werden, deren Œuvre erst in seiner Summe Zeugnis ablegt von der kulturellen Leistung einer Region. Damit ist die Arbeit in gewisser Weise dem Vorbild Dom Calmets, des „praeceptor Lotharingiae“, gefolgt, der in seiner „Bibliothèque Lorraine ou histoire des hommes illustres“ die Klöster der Saargegend leider nur peripher abhandelt.8 Seiner dort im Préface, S. I, zum Ausdruck gebrachten Captatio Benevolentiae schließe ich mich - vorbehaltlich des enger definierten Untersu¬ chungsraumes - gern an: „Le préjugé peu avantageux, où l’on est, que la Lorraine n’a jamais été féconde en hommes doctes, pourra nuire à l’ouvrage que j’entreprens . . . Peut-être ... on sera curieux de voir . . . s’il seroit bien possible qu’on trouvât en Lorraine, dans les trois Evêchés, et dans le Pays de Trêves et de Luxembourg, de quoi former une Bibliothèque d’hommes di¬ stingués par leur esprit, leurs talens, leur érudition et leur capacité, dans les beaux Arts?“ 7 „Wer will was Lebendigs erkennen und beschreiben, Sucht erst den Geist heraus zu treiben, Dann hat er die Teile in seiner Hand, Fehlt leider! nur das geistige Band. “ (Faust I [Hamburger Ausgabe], Z. 1936ff. ) 8 Dieses Werk - erschienen erstmals Nancy 1751 - berücksichtigt Remigius von Mettlach und Eberwin von Tholey, beide unter ausgiebiger Verwendung des Trithemius. 173