schweigt die Rolle Roberts ebenso wie die peinliche Tatsache, daß der Mettlacher Kon¬ vent schließlich wieder die losen Sitten unter Hezzel dem rigiden Regime unter Lioffin vorzog und seinen Reformabt vertrieb.110 Würde dies allein schon zur Etablierung von Roberts Episkopat genügen, so läßt sich ferner ein numismatisches Zeugnis anführen. Das Münzkabinett zu Stockholm besitzt nämlich einen Denar mit der Umschrift R . . . RTUS EPS, auf dem Revers: SCI DE DATI.111 Die Münze wurde also in Saint-Die geprägt, wo die Bischöfe von Toul seit 975 Zoll-, Markt- und Münzrecht besaßen.112 Da die Touler keinen weiteren Robert aufweisen, kann es sich nur um den 996 gewählten Mettlacher Mönch handeln. Die Betonung liegt auf „gewählt“, denn die Weihe scheint Robert nicht erlangt zu haben. Bereits am 24. September 996 wird sein Nachfolger Berthold gewählt, so daß für Roberts Episkopat gerade etwa drei Monate verbleiben. Das erklärt auch sein Fehlen in den offiziösen Gesta Episcoporum.113 Das Echternacher Nekrolog nennt für den 8.Juli einen Ruopertus diacon.m.s.Liutwini; es kann sich hier ebensogut um einen älteren, urkundlich nachgewiesenen Mönch dieses Namens handeln.114 Die Gleichung Ruopert (Verfasser der Adalbertsvita) = Ruodpreht (Stifter des Egbert- Psalters) = Robert (Elekt von Toul) geht auf. In seinem Exzerpt aus Mettlacher Quellen betont Picart, daß Robert zwar nur einfacher Mönch, aber dennoch in der Lage gewesen sei, Erzbischof Egbert zu seinen Gunsten zu beeinflussen (und das heißt konkret, ihn bei seiner Rebellion gegen den rechtsgültig amtierenden, wenngleich einem fragwürdigen Le¬ benswandel huldigendem Abt Hezzel zu unterstützen). Daß Robert nicht von ungefähr in engstem Zusammenhang mit Lioffin gesehen wird, beschäftigt uns noch bei der Analyse der Adalbertsvita. Gleichsam en passant gewinnen wir mit dieser These die Bestätigung einer weiteren Aussage der Miracula. in der Eloge auf Abt Remigius von Mettlach rühmt der Anonymus vor allem die Klosterschule, aus der mehrere Äbte und Bischöfe Galliens hervorgegangen seien.115 Ein überzeugender Beleg war hierfür nie so recht beizubringen, so daß man geneigt war, diesen Satz auf das Konto der Überschwenglichkeit des Chroni¬ sten zu setzen. Ruopert/Robert, der nachweislich zum „condiscipulatus“ der Mettlacher Gerbert-Adepten gehörte, ist hier der schlagende Gegenbeweis. Er dürfte auch Agens bei dem Patrozinienwechsel des alten St. Dionysiusoratoriums zur St. Gangolfkirche bei Mettlach sein. Pauly brachte diesen in Verbindung mit der Erstürmung der Burg Skiva durch Erzbischof Poppo im Jahr 1016, bei der vielleicht auch die Dionysiuskirche zerstört worden sei.116 Zentrum der kultischen Verehrung des heiligen Gangolf war neben Flo- 110 Es heißt nur lapidar: Sed postea accusatus, a prefato deponitur episcopo et exui moritur Efther- naco . . . (MGH SS XV,2, S. 1265, cap. 15) 111 Hildebrand, Une monnaie inédite; Engel/Serrure, Traité, S. 548f. 112 MGH DD O II, Nr. 99 111 Erstmals findet sich sein Name in einer Liste der Gallia Christiana von 1616, vgl. Martin, Hi¬ stoire, S. 181 f.; später nehmen ihn Brower (Metropolis II, S. 571) und die Gallia Christiana (Bd. XIII [1785], Kol. 982) in ihre Listen auf. Skeptisch gegenüber Roberts Episkopat ist Parisse, No¬ blesse Lorraine, S. 10: „. . .n’a pas trouvé beaucoup de défenseurs.“ 114 Steffen, Obituar, S. 64; vgl. Müller, Mettlacher Güterrolle, S. 123 5 MGH SS XV,2, S. 1266, Z. 5ff.: Tanta etiam discipulis eius provenerat perfectio, ac sic in cor¬ dibus eorum pii magistri fructificabat affectio, ut ad summam scientie arcem attingerent et ad propria redeundo confines et omnium Galliarum regiones luce Mediolacensis seminarii perfun¬ derent. Quidam itaque ex illis ad episcopatum sunt promoti, alii abbates sunt effecti. 116 Pauly, Landkapitel Merzig, S. 89; hierzu kritisch Junges, Mettlacher Gotteshäuser 31