gen französischen Besatzungszone verstärkt durch die Errichtung einer Zollgrenze zwischen dem Saarland und dem späteren Bundesland Rheinland-Pfalz4. Das politi¬ sche Leben erwachte wieder mit der Zulassung von Parteien zu Beginn des Jahres 1946 und der ersten Gemeinderatswahl am 16.09. d.Js. Kurz darauf erfolgte die Einsetzung einer „einstweiligen Verwaltungskommission“ des Saarlandes, deren 7 Mitglieder das Regierungspräsidium Neureuters ablösen sollten5. Die Besetzung der Verwaltungs¬ kommission mit Vertretern der politischen Parteien entsprach ungefähr dem Ergebnis der vorausgegangenen Kommunalwahl. Weitere Marksteine auf dem Weg zu einer an¬ gestrebten Autonomie des Saarlandes waren, nachdem Frankreich seine ursprüngli¬ chen Annektionspläne fallengelassen hatte, die Ausarbeitung einer Verfassung, Wah¬ len zur verfassunggebenden Versammlung mit äußerst umstrittener Wahlzulassung (05.10.1947) und schließlich die Verkündung und Inkraftsetzung der saarländischen Verfassung am 17.12.19476. Einen Tag danach bildete Johannes Hoffmann sein erstes Koalitionskabinett aus CVP und SPS. Die französische Militärregierung endete am 31.12.1947, Grandval wurde ab 01.01.1948 Hoher Kommissar für das Saarland. Die wirtschaftliche Wiederbelebung im Saarland kam in sehr unterschiedlicher Weise voran. Während Eisenbahnen und Grubenanlagen von der Besatzungsmacht als erste wieder in Betrieb gesetzt wurden und auch die Elektrizitätsversorgung, wie es das Bei¬ spiel der VSE zeigt, sofort ihre Tätigkeit wieder aufnahm, folgten mit erheblicher Ver¬ zögerung die Eisen- und Stahlindustrie, die sonstigen Industrieunternehmen sowie Handel und Gewerbe7. Die Saargruben waren aufgrund ihrer Eigenart wesentlich we¬ niger als die übrige Industrie von Zerstörungen durch Luftangriffe und Erdkämpfe be¬ troffen. Der Sequesterverwaltung ab 01.01.1946 folgte zwei Jahre danach die Ablösung durch die „Regie des Mines de la Sarre“ als rein französisches Unternehmen. Auch die Hüttenwerke der eisenschaffenden Industrie wurden, soweit sie ganz in deutscher Hand waren (Völklingen und Neunkirchen), unter Sequester gestellt8. Besser erging es der Dillinger- und Haibergerhütte, die sich, französischen Konzernleitungen unter¬ stellt, hinsichtlich der Wettbewerbsbedingungen mit der französischen Hüttenindu¬ strie aber ebenfalls den Interessen der französischen Werke beugen mußten. Von Vor¬ teil für die Unternehmen blieb zunächst der Verzicht Frankreichs auf Demontage. Dies sollte sich allerdings in den 50er Jahren in Konkurrenz zu den bundesdeutschen Werken aufgrund unzureichender Modernisierung der Anlagen und mangelnder Ra¬ tionalisierung der Produktion in einen Nachteil verkehren. Erneut setzte ab 1946 wie nach dem Ersten Weltkrieg das Bemühen ein, die relative Monostruktur der saarländischen Wirtschaft durch Ansiedlung einer lohnintensiven verarbeitenden Industrie aufzulockern. Die begrenzte Aufnahmefähigkeit des damali¬ gen saarländischen Marktes und die noch zu geringe internationale Konkurrenzfähig¬ keit setzten diesen Bemühungen trotz intensiver Förderung der französischen Be¬ satzungsmacht, teilweise unter Einsatz erheblicher öffentlicher Mittel, rasch ihre 4 Der genaue Zeitpunkt war der 22.12.1946, vgl. Henn (1959), S. 18f. 5 Ebd., S. 19; vgl. auch Herrmann (1982), S. 15f. 6 Die Saar (1956), S. 7ff. 7 Herrmann (1972), S. 70; Keuth (1963/64), S. 141ff. 8 Zur Grubenverwaltung vgl. Schuster (1958), S. 550ff. Zu Röchling vgl. Ehrhardt (1958), S. 149ff.; allg. zur Eisenindustrie: Guad (1958), S. 573ff. 236