bericht für 1936. Der Bereich der „sozialen Fürsorge“ wurde entscheidend ausgebaut durch Wirtschaftsbeihilfen zu Weihnachten, die anfangs 60%, später mindestens 75% des Lohnes oder Gehaltes ausmachten, durch Ehestandsbeihilfen für weibliche Be¬ schäftigte beim Ausscheiden durch Heirat, durch Vorschüsse zur Beschaffung von Kohlen und Kleidung, Weiterzahlung von Löhnen und Gehältern bei Einberufungen zu Schulungskursen der Partei und zu militärischen Übungen sowie durch Förderung des Baues von Eigenheimen mit Hilfe zinsgünstiger Arbeitgeberdarlehen. Kampagnen wie „Schönheit der Arbeit“ sollten der Verbesserung der Arbeitsbedingungen dienen, Freizeitprogramme der „NS-Gemeinschaft Kraft durch Freude“ (KdF) hatten den Zweck, auch bei den Beschäftigten der VSE das Gefühl einer Verbesserung der wirt¬ schaftlichen Lage nach der Rückgliederung ins Deutsche Reich zu verstärken. Die genannten sozialen Maßnahmen wurden geschickt unterstützt durch den propa¬ gandistischen Apparat der NSDAP und ihrer Unterorganisationen und versperrten vielen Menschen den Blick auf die spätestens seit 1936 offen auf einen Angriffskrieg aus¬ gerichteten wirtschaftlichen Aktivitäten Hitlers. So verdrängte ein allgemeiner Lohn- und Preisstop ab 26. November 1936 auch im Bewußtsein der Bevölkerung die Tatsa¬ che, daß die Löhne auf Jahre hinaus eingefroren blieben. Knapp 60 Pfg./h betrug z. B. der Ecklohn für einen Monteur von 1936 bis 194547. Verbesserungen in Form von Zu¬ schlägen stellten sich erst mit den Auswirkungen der durch den Westwallbau einset¬ zenden Sonderkonjunktur ab 1938 und später aufgrund kriegsbedingter wirtschaftli¬ cher Expansion ein. d) Die VSE im letzten Friedensjahr 1938 Die Bestrebungen zur Vereinheitlichung der Elektrizitätsversorgung im Gau Saar- Pfalz führten wiederholt zu umfangreichen Untersuchungen über die betroffenen Un¬ ternehmen (vgl. Kap. V.5.). Einer solchen Erhebung verdanken wir eine recht genaue Beschreibung der Versorgungstätigkeit und -anlagen der VSE Ende des Jahres 193 848. Letztmals vor dem Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde das Unternehmen umfas¬ send dokumentiert, worauf ausführlicher eingegangen werden soll. Das Versorgungsgebiet der VSE hatte 1938 einen Flächeninhalt von 1.055,63 qkm und eine Einwohnerzahl von 457.933. Die Abnahme verteilte sich auf den Betriebsbezirk Saarbrücken mit 32 A-Gemeinden (221.772 Einwohner) und 52 B-Gemeinden (89.225 Einwohner) sowie den Betriebsbezirk Saarlouis mit drei A-Gemeinden (50.284 Ein¬ wohner) und 70 B-Gemeinden (96.652 Einwohner). In der Langemarckstr. 19 in Saar¬ brücken befand sich das Hauptverwaltungsgebäude, in dem neben der kaufmänni¬ schen die technische Verwaltung eingerichtet war. Außerdem war in Saarbrücken die Bauabteilung untergebracht, die alle Neuanlagen im gesamten Versorgungsgebiet der VSE projektierte und ihren Bau beaufsichtigte. Nach Fertigstellung gingen die von der Bauabteilung erstellten Anlagen in die Verantwortung der Betriebsbezirke über. Eben¬ falls in Saarbrücken befand sich die Abnahmeabteilung, die mit ihrem Personal einmal die Abnahme sämtlicher neuer Hausinstallationen vornahm und zum anderen eine Re- 47 Tarifordnung für die Angestelltengefolgschaft und für die Monteurgefolgschaft der VSE ab 01.04.1935 (VSE-AHV), 48 Vgl. VSE-AHV, o.D., unsigniert. 199