nur kürzere Stangen aufstellen durften, beträchtliche Geldsummen gezahlt worden waren, verfielen zahlreiche Bauern auf den Trick, genau auf den Leitungstrassen Hop¬ fenfelder anzulegen, um mit der Entschädigungssumme ihren übrigen Anbau zu sub¬ ventionieren. Der Bezirkspräsident in Metz erwog deshalb, um Entschädigungs- bzw. Enteignungsverfahren leichter durchführen zu können, eine Gemeinnützigkeitserklä¬ rung für die La Houve AG10. Konzessionsverträge, die der SVG das Recht der Lieferung und Verteilung von elektri¬ scher Energie sicherten, wurden — unter Zustimmung des Kaiserlichen Bezirkspräsi¬ denten in Metz — ebenfalls noch im ersten Geschäftsjahr mit den lothringischen Ge¬ meinden Neunkirchen, Remelfingen, Saareinsmingen, Iplingen, Hundlingen und Fol- persweiler abgeschlossen. Den ersten Ankauf eines Leitungsnetzes mit entsprechenden Konzessionen vollzog die SVG in Groß- und Kleinblittersdorf, wo die Wülachschen Erben ein kleines Elektrizitätswerk betrieben hatten11. Ein Gebietsabgrenzungsver¬ trag gelang kurz vor Ende des Jahres 1912 mit dem Mühlenbesitzer Goepp, der die Ge¬ meinden Wölferdingen und Hanweiler-Rilchingen aufgrund langfristiger Konzessio¬ nen von Wölferdingen aus versorgte. Von größerer Bedeutung war der Vertrag vom 07.11.1912 mit der Gasanstalts-Betriebsgesellschaft mbH, Berlin (GBG), die, wie er¬ wähnt, weitgehende Rechte zur Versorgung mit Gas und Elektrizität in den umliegen¬ den preußischen Kreisen und in Lothringen erworben hatte12. Für die Zukunft ver¬ einbarten die beiden Gesellschaften eine grundsätzliche Trennung der Versorgungsauf¬ gaben für Elektrizität und Gas und verpflichteten sich, auf den dem anderen reservierten Gebiet keine Konkurrenz zu machen, sondern sich in der Durchführung ihrer Absichten gegenseitig auf das beste zu unterstützen. Ferner sicherte die Gasanstalts-Betriebsgesellschaft zu, „die Rechte und Vorzüge, welche sie in den von ihr bereits abgeschlossenen oder verabredeten Verträgen erworben hatte, im Interesse der SVG und deren Elektrizitätsbetrieb geltend zu machen und in Bezug auf den Abschluß dieser Verträge in deren Interesse tätig zu sein“. Die GBG hatte in den Gemeinden Saarlouis, Fraulautern, Völklingen, Wehrden, Für¬ stenhausen, Dudweiler und Fischbach Gaskonzessionsverträge abgeschlossen und sich ebenfalls das Vorrecht für die Elektrizitätsversorgung gesichert. In allen Gemeinden der Bürgermeisterei Schwalbach und in der Bürgermeisterei Differten in den Gemein¬ den Wadgassen, Schaffhausen und Hostenbach hatte die GBG die Gaslieferung vertrag¬ lich übernommen und für die Elektrizitätslieferung ein Monopol. In Saargemünd hatte die GBG das ausschließliche Recht zur Gasversorgung. Für die Elektrizitätsversorgung lag ein mündlich abgegebenes Versprechen der maßgeblichen Körperschaft vor, das ihr das Vorrecht der Lieferung sicherte. Die Bürgermeistereien in Gersweiler und Heus¬ weiler hatten der GBG das ausschließliche Gaslieferungsrecht übertragen, die Elektri¬ zitätslieferung war noch frei. In der Bürgermeisterei Bischmisheim hatte die SVG das Wegebenutzungsrecht und das ausschließliche Abgaberecht für Elektrizität und Gas. 10 AD Moselle 15 AL 636, 637, Metz 01.07.1913 und passim. 11 Ebd., für 1912. Vgl. auch Kap. I.4.c; in einem Zusatz vom 23.12.1912 verpflichtete sich die SVG, „im Falle eines öffentlichen Interesses (Festlichkeiten etc.) jedoch nicht mehr als an 8 Tagen im Jahr, die Straßenbeleuchtung während der ganzen Nacht brennen zu lassen, ohne daß der Gemeinde hierfür Kosten erwachsen“, (vgl. LA Sbr. MW 624, Konzessionsvertrag v. 23.12.1912, Abschrift). 12 LA Sbr. 564/1747, S. 45ff. 83