Weltkrieg mit zweimaliger Evakuierung, Zerstörung und Zusammenbruch. Danach kam wieder eine Abtrennung vom Mutterland mit einschneidenden Folgen, denen letztlich Ende der 50er Jahre Rückkehr und die Zeit einer teilweise sprunghaften Auf¬ wärtsentwicklung folgten. Der zeitliche Rahmen dieser Arbeit wird begrenzt durch die erstmalige Anwendung der elektrischen Energie im Saarindustrierevier, dokumentiert um das Jahr 1880, und den Zeitraum der Energiekrisen nach 1973/74. Die oben angedeuteten, weltwirtschaft¬ lich veränderten Rahmenbedingungen signalisierten den Beginn einer neuen Entwick¬ lungsperiode der Energieversorgung und damit auch der Elektrizitätswirtschaft18. Dieser Prozeß, stark geprägt auch von der politischen Auseinandersetzung, ist noch in vollem Gange, weshalb es vom Standpunkt des Flistorikers sinnvoll und legitim er¬ scheint, die vorliegende Arbeit im angegebenen Zeitraum — mit einem Ausblick — enden zu lassen. Die Arbeit folgt — bis auf zwei Ausnahmen — der durch die wechsel¬ volle politische Geschichte des Saarlandes zwingend vorgegebenen zeitlichen Periodi- sierung. Abweichend hiervon erfährt die unter schwierigen Umständen erfolgte Gründung des ersten regionalen Elektrizitätsversorgungsunternehmens an der Saar eine ausführlichere Darstellung, da hier der Keim zum heutigen Landesversorgungs¬ unternehmen gelegt wurde. Die endgültige Vereinheitlichung der öffentlichen Elektri¬ zitätsversorgung des Landes in den frühen 60er Jahren erforderte ein weiteres leichtes Abweichen von der Chronologie der politischen Geschichte. Die Geschichte der Elektrizitätsversorgung des Saarlandes war ein Desiderat der lan¬ desgeschichtlichen Forschung, wie überhaupt Themen zur Energiegeschichte dieser Region bislang kaum eine Behandlung gefunden haben: Zu dominierend standen in der Wirtschafts- und Technikgeschichte des Saarlandes Steinkohlenbergbau sowie Eisen- und Stahlindustrie im Mittelpunkt des Interesses. In regional übergreifenden Arbeiten fand die saarländische Elektrizitätsversorgung kaum oder nur am Rande Beachtung, was vor allem auf die politische Sonderentwicklung nach 1920 zurückgeführt werden kann19. Thematisch vergleichbare Arbeiten über andere Regionen bzw. Länder um¬ fassen in der Regel kürzere Zeitabschnitte oder sind einem besonderen, beispielsweise juristischen oder ökonomischen Aspekt verpflichtet. Vor allem die Entwicklung der Elektrizitätsversorgung von Baden, Bayern und Sachsen erfuhr wegen ihres halbstaat- 18 Schneider (1980), S. 372f. 19 Ohne Erwähnung des Saarreviers: Büggeln (1930); Windel (1928); Dehne (1928); van Heys (1931); Bergmann (1948); nur knapp gestreift wird die Region in: Deutsche Elektrizitätsversorgung (1927), S. 102. Jubiläumsschriften von EVU beeindrucken in der Regel zwar durch ihre ansprechende Gestaltung, bieten aber zumeist nur spärliche Informa¬ tionen zur geschichtlichen Entwicklung, da sie in erster Linie der aktuellen Selbstdarstellung dienen sollen, vgl. z.B. (Auswahl) 50 Jahre EAM (1979), EMR 1909-1984 (1984), 50 Jahre EWE (1980), Großkraftwerk Mannheim AG (1966), Hastra (1979), HEAG (1972), Main¬ kraftwerke AG (1985), Münchner Stadtwerke (1969), Nordwestdeutsche Kraftwerke AG (1975), Pfalzwerke AG (1977), Preußische Elektrizitäts-AG(1977), Rheinisch-Westfälisches Elektrizitätswerk AG (1973); wesentlich informativer sind folgende Jubiläumsschriften: Elektrizität in Bayern (1969), VdEW 1892-1917 (1917), Das Zeitalter der Elektrizität (1967); Haeberle (1983). 18