Is denique cum audisset, homines barbaricae gentis silvam, quae jure heredita¬ rio a se possidebatur, introisse, sibique in ea mansiunculas, praecisis arboribus, construere, mandavit eis, dicens, non esse aequum aliena invadere; esseque su¬ perbae temeritatis et audaciae in non suo velle habitare. Recederent potius ve¬ lociter, ne ibi periculum incurrerent exitiale, ubi se putaverant habitationem tutissimam reperisse. Quae cum Viro Dei nuntiata fuissent, parvipendens mi¬ nas hominum opus noluit deserere inchoatum. Cujus constantiam nuntiis do¬ mino suo referentibus, Austresius vesanae mentis furiis exagitatus, missis satel¬ litibus, iussit eos flagellis caedi, et cum magno dedecore de saepe dicta silva ex¬ pelli. So sehr sich in dieser Szene auch der hagiographische Topos vom saevus tyrannus, der den Heiligen verfolgt, ausprägt, gibt doch der Konflikt um Wald einen guten Sinn. Der Herr von Autrecourt hatte, bevor Chraudingus kam, bereits im eremus der Argonnen gerodet. Der Heilige war sein Konkurrent. Das Resultat der älteren Rodung hat sich im Pfarrbezirk von Autrecourt-Waly erhalten. Die Abtei Waslogium wird 870 im Teilungsvertrag von Meerssen als Königskloster genannt. Dort werden für den Reichsteil Karl des Kahlen in der geographisch ge¬ ordneten Serie der Klöster zum Schluß aufgezählt: ...Calmontis, Sanctae Mariae in Deonant, Echa, Andana, Wasloi, Altum- montem. Es lassen sich identifizieren: Calmont (bei Lüttich), Dinant a. d. Maas, Alden- Eyck, Andenne a. d. Maas und Haumont (Dep. Nord, Ka. Maubeuge). Aus geo¬ graphischen Gründen wurde Wasloi bisher durchweg mit Wallers bei Valenciennes gleichgesetzt. Jedoch ist diese Identifizierung sprachlich nicht möglich. Wallers heißt 1065 Wasleirs, 1082 Uuasleirs, 1142 Watlers, 1146 Watleirs. Der Name von Wallers ist also eindeutig mit M. Gysseling germ. '''wasu + *hlaeri zuzuordnen, während Wasloi aus germ. *wasu + *lauh ,Wald‘ (bzw. der Latinisierung Waslo¬ gium) abzuleiten ist. Es wird sich also in der Teilungsbeschreibung von 870 um ei¬ nen Anhang handeln, der nach der Aufzählung der Königsabteien an der unteren Maas zwei vergessene Institutionen in Flandern (Haumont) und im Verdunois (Beaulieu- Waslogium) nachschiebt474. Die Indizien, welche die ,Vita S. Chraudingi‘ zur fiskalen Grundlage von Beaulieu und zu anderen Details der Frühgeschichte des Chraudingus-Klosters liefert, ha¬ ben sich also durch externe Quellen bestätigen lassen. Es stellt sich nun die im Zusammenhang dieser Arbeit entscheidende Frage, wie die Tholeyer Passage der, Vita S. Chraudingi* zu beurteilen ist. Man darf nicht überse¬ hen, daß der Aufenthalt des Chraudingus in Tholey im Schema der Legende die 474 Annales Bertiniani, ed. Rau Quellen II210. Vgl. Gysseling, Top. Woordenboek II1039; Hau- brichs, Urkunde Pippin, Anm. 63. 111