der vorgesehenen Änderungen der Eckdaten zu bilden, konkrete Gespräche hierüber konnten aber nicht mehr durchgeführt werden, da, wie es in einer Stellungnahme des Amts für auswärtige und europäische Angelegenheiten an das Kultusministerium vom 1. 6.1953 hieß, die übrigen Verträge (gemeint sind die am 20.5.1953 Unterzeichneten saar¬ ländisch-französischen Konventionen, die die Vereinbarungen aus dem Jahre 1950 revi¬ dierten, und über die seit Dezember 1952 verhandelt worden war) die gesamte Zeit in An¬ spruch nahmen44. Eine andere Ursache für die Verharrung in Sachen französischer Sprachunterricht ging auf den Schwebezustand zurück, in dem sich die Regelung des Deutschunterrichts im Elsaß befand. Dies geht u. a. aus einer handschriftlichen Notiz hervor, die sich auf dem vorher zitierten Schreiben des Amtes für auswärtige und europäi¬ sche Angelegenheiten an das Kultusministerium vom 1. 6. 1953 findet. Dort steht zu lesen, daß Herr Reg{ierungs) Rat Braun vom Kultusministerium (darum) bittet, die Ange¬ legenheit (gemeint ist die Neuregelung des französischen Sprachunterrichts) ruhen zu lassen, bis der Deutschunterricht im Elsaß geregelt ist und bis die im Gang befindlichen Untersuchungen über Fremdsprachen-Unterricht im Europa-Rat zu Ende geführt worden sind45. Der nächste Vorstoß seitens der saarländischen Regierung erfolgte dann erst im Juni 1954. Hoffmann erweiterte dabei den Forderungskatalog gegenüber Grandval um die Herabsetzung des Französisch-Unterrichts bei den Gewerblichen und Hauswirtschaftli¬ chen Berufsschulen von bisher zwei Stunden pro Woche auf eine Stunde46. Gleichzeitig wies er darauf hin, daß Professor Meyer in seiner Eigenschaft als Direktor des saarländi¬ schen Kultusministeriums mit ausdrücklicher Billigung der Mission Diplomatique schon auf der Generalversammlung des Verbandes katholischer Erzieher am 19. 11. 1952 das erzielte Einverständnis zur Neugestaltung des Französischunterrichts (Beginn 3. Schul¬ jahr/ vier Stunden je Woche für alle Jahrgänge) bekanntgegeben habe, womit Hoffmann indirekt nicht nur auf die stark angewachsene Ungeduld der Lehrerschaft und der Öffent¬ lichkeit in dieser Angelegenheit aufmerksam machte, sondern auch ihre sofortige Rege¬ lung in seinem Sinne anmahnte. So forderte er dann auch konsequent, daß die bereits ge¬ bildete gemischte Kommission ihre Arbeiten mit dem Ziele der vorerwähnten Abände¬ rungen des Kulturabkommens unverzüglich aufnimmt47. Am 27. 9. 1954 teilte Ministe¬ rialdirigent Braun vom Kultusministerium dem Direktor des Amtes für auswärtige und europäische Angelegenheiten, Gotthard Lorscheider, mit, daß nach Vortrag der Herr Mi¬ nisterpräsident ... damit einverstanden ist, daß die Frage des französischen Unterrichts an Volks- und Berufsschulen nunmehr beschleunigt geklärt werde, um möglichst bald in der von uns vorgeschlagenen Weise eine entsprechende Regelung für die Schulpraxis zu finden48. Das angestrebte Ziel, die Sollwerte des Französischunterrichts zu reduzieren, wurde frei¬ lich auch jetzt nicht erreicht, so daß der alte Zustand bis zum Referendum unverändert 44 LA Saarbrücken, Bestand Amt für auswärtige und europäische Angelegenheiten Nr. 104. 45 Ebenda. 46 Hoffmann an Grandval vom 25. 6. 1954. LA Saarbrücken, Bestand Amt für auswärtige und eu¬ ropäische Angelegenheiten Nr. 104. Wiedergegeben im Quellenanhang (Anlage 16). 47 Ebenda. 48 Braun an Lorscheider vom 27. 9. 1954. LA Saarbrücken, Bestand Amt für auswärtige und euro¬ päische Angelegenheiten Nr. 104. 242