lionen DM entsprach343. Unter Berücksichtigung der Kaufkraftverhältnisse des Jahres 1949 und einer geplanten vorläufigen Kapazität von 1 000 Studienplätzen war das ein re¬ lativ großzügiges Startkapital. Die Einnahmen schlüsselten sich wie folgt auf: Eigene Ein¬ nahmen der Universität 4 Millionen ffrs, Hohes Kommissariat 55 Millionen ffrs, Saarlän¬ dische Regierung 65 Millionen ffrs, Saargruben 35 Millionen ffrs, einmalige Zuwendung aus dem saarländischen Haushalt 1949 50 Millionen ffrs, Haushaltsreste aus 1948 und verschiedene Einkünfte 32 Millionen ffrs. Laut Haushaltsbericht der Universität kam zu diesen Geldern noch ein Sonderzuschuß des Hohen Kommissariats in Höhe von 50 Mil¬ lionen ffrs, der außerhalb der Rechnungslegung unmittelbar für Zwecke der Universität verausgabt bzw. beim Trésor Français angewiesen worden war. Der Einnahmenseite standen nur rund 240 Millionen ffrs (= 2,9 Millionen DM)344 an Ausgaben gegenüber, so daß sogar noch eine Haushaltsrücklage von 51 Millionen ffrs (= 0,62 Millionen DM) übrig blieb345. Im Gegensatz zur erfreulich guten Kapitalausstattung der neuen Hochschule stand ihre Baugeschichte. Sie war begleitet von zum Teil skandalösen Fehlplanungen, Fehlkalkula¬ tionen, Baumängeln und minderwertigen Sachlieferungen. Diese Unbill betraf die Um¬ bauten und Ausstattungen von Gebäuden des Homburger Landeskrankenhauses für die medizinische Fakultät ebenso wie die notwendigen Bau- und Umbaumaßnahmen inner¬ halb der seit 1938 existierenden Below-Kaserne im Saarbrücker Stadtwald346, wo die an¬ deren Fakultäten und zugleich der Verwaltungssitz der Universität angesiedelt wurden347. Noch im Mai 1950, als man schon aus dem Gröbsten heraus war, glaubte der amtierende Prorektor Alken das saarländische Kultusministerium über den Stand der Bauvorhaben alarmieren zu müssen. Angesichts der Schwierigkeiten in der Baudurchführung, so kon¬ statierte er, habe er größte Bedenken für die gesamte Entwicklung des kommenden Stu¬ dienjahres348. In dem Dickicht von fahrlässigen Bauverzögerungen und geschickt ge¬ tarnter Korruption sank schließlich auch die Zahlungsmoral der Universitätskasse. So be¬ schwerte sich die Arbeitsgemeinschaft des saarländischen Handwerks bei Straus, daß handwerkliche Betriebe bereits seit 2 Jahren sich vergeblich um den endgültigen Ausgleich ihrer Forderungen bemühen349. Wenn die Universität trotz aller Widrigkeiten dennoch vom Jahre 1950 an allmählich funktionstüchtig wurde, so lag das vor allem an dem unermüdlichen Einsatz des soge¬ 343 Die Umrechnung erfolgte auf der Grundlage des offiziell gültigen Wechselkurses vom 27. 4. bis 28. 9. 1949. Auskunft über den hier und die an späteren Stellen zugrunde gelegten jeweils gül¬ tigen Wechselkurse erhielt der Verfasser von der Volksbank Saarbrücken. 344 Einschließlich Ausgaben aus dem Sonderfonds des Hohen Kommissariats. 345 Vermerk zur Prüfung der Kassenrechnung des Rechnungsjahres 1948 der Universität des Saar¬ landes vom 15. 5. 1950. LA Saarbrücken, Bestand KM, Abt. Hochschulen, V/UIS - 39 -. 346 Vgl. dazu im einzelnen einen Aktenvermerk über die 2. Sitzung der Kommission zur Prüfung der Bauarbeiten und des Zahlungsverkehrs am 8.3.1949 im Hohen Kommissariat. LA Saarbrücken, Bestand KM, Abt. Hochschulen, UIS - 46 — Kosten Universität. 347 Die Standortbestimmung der Universität in dieser Form wurde endgültig nach der Konferenz in¬ nerhalb der erweiterten Verwaltungsratssitzung am 9. 4. 1948 bestimmt. Interview E. Straus vom 23. 11. 1976. 348 Durchschlag eines Schreibens von Alken an Groh vom 27. 5. 1950. LA Saarbrücken, Bestand KM, Abt. Hochschulen, UIS — 46 — Kosten Universität. 349 Arbeitsgemeinschaft des saarländischen Handwerks an Straus vom 29. 4. 1950. LA Saar¬ brücken, Bestand KM, Abt. Hochschulen, UIS — 46 — Kosten Universität. 128