Standardwerke. Der Grad ihrer Berücksichtigung hängt von dem Blickwinkel ab, den die Autoren bei ihrer Darstellung gewählt haben. Ist er ausschließlich, wie etwa bei Frey¬ mond2 oder Fischer3, auf den internationalen Konflikt und seine Lösung gerichtet, so tritt die innenpolitische Seite zwangsläufig in den Hintergrund, so daß die Kulturpolitik fast gänzlich unthematisiert bleibt. Wird die Saarfrage dagegen, wie bei dem dreibändigen Werk von Schmidt4, auch in ihrer innenpolitischen Ausrichtung angesprochen, so wird auch zwangsläufig die Kulturpolitik und damit die Bildungspolitik als wesentlicher Teil von ihr inhaltlich erfaßt. Allerdings ist das, was Schmidt über die saarländische Bildungs¬ welt mitzuteilen weiß5, doch recht mager ausgefallen, da er sich überwiegend nur mit der bildungspolitischen Programmatik der saarländischen Parteien auseinandergesetzt hat. Gelegentliche Anmerkungen zum saarländischen Bildungswesen findet man in den Dar¬ stellungen der damals maßgeblichen Politiker Hoffmann6 und Schneider7, wobei sich hier das persönliche Urteil aus dem politischen Standort ergibt. Ergiebiger für die saarländische Bildungsgeschichte nach 1945 sind eine Reihe von Mono¬ graphien und Aufsätze, die sich speziell zu einem Bereich des saarländischen Bildungssy¬ stems, zu einer seiner Sonderentwicklungen oder über die Geschichte einer lokalen Bil¬ dungsanstalt äußern8. Zu dieser Kategorie dürfen auch Beiträge gezählt werden, die über die Bildungsgeschichte im Saargebiet von 1918 bis 1935 Auskunft geben. Erwähnt seien hier die zeitgenössischen Publikationen von Fittbogen ( 1925)9, Peter Zenner ( 1929)10 und Hoyer (1934)11 über die französischen Domanialschulen. Die Existenz und umstrittenen Praktiken dieser Einrichtungen beleuchten auch Vogt12 in einer juristischen Dissertation, die im Jahre 1926 von der Universität Köln angenommen und im Jahre 1929 gedruckt er¬ schien. Eine Analyse der schulrechtlichen Situation an der Saar im Zeitraum 1918 bis 1930 findet sich in der Arbeit von Westhoff13. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen sind z. T. in die schulpolitischen Aussagen von Maria Zenner in ihrer im Jahre 1966 erschie¬ nenen Kölner Dissertation über das saarländische Parteienwesen in der Zeit des Völker¬ bundregimes14 und in Jacobys Tübinger Dissertation aus dem Jahre 1973 über die Vorbe¬ reitung und Durchführung der Rückgliederung der Saar an Deutschland im Jahre 193515 eingeflossen. Recht informativ ist die im Jahre 1965 von Röger vorgelegte Saarbrücker Dissertation über die Entstehungsgeschichte der Cecilienschule16 in Saarbrücken, eine Mittelschule für Mädchen, die im Zeichen reformpädagogischer Ideen von Franz Joseph Niemanns gegründet und lange Zeit von ihm geleitet und gestaltet wurde. 2 J. Freymond. 3 P. Fischer. 4 R. H. Schmidt,Bde 1-3. 5 Passim, vornehmlich aber im 2. Band. 6 J. Hoffmann,Ziel. 7 H. Schneider, Wunder. 8 Berichtet wird im folgenden nur über Beiträge, die von der Fragestellung her direkt auf die saarlän¬ dische Bildungswelt Bezug nehmen. 9 G. Fittbogen. 10 P. Zenner, französische Schule. 11 A. Hoyer (Hrsg.). 12 P. A. Vogt. 13 P. Westhoff. 14 M. Zenner, Parteien. 15 F. Jacoby, Herrschaftsübernahme. 16 Ch. Röger. 16