Seille, ein Teil der Stadtmauer auf dem linken Ufer der Seille zwischen Deutschem Tor und Mündung, der Camoufle-Turm in der Avenue du Maréchal Foch und einige Reste am rechten Ufer des östlichsten Moselarmes bei der Stadtrundfahrt gezeigt werden konnten. Die Umgestaltung der mittelalterlichen Befestigung zu einer bastionären begann im Jahre 1552, als König Heinrich II. die Stadt unter dem Kommando des Herzogs Franz von Lothringen-Guise in aller Eile gegen den erwarteten Rückerobe¬ rungsversuch Kaiser Karls V. abwehrbereit machen ließ. Nach Konsultationen mit dem italienischen Ingenieur Strozzi ließ der Herzog von Guise die gesamten südlichen und südöstlichen Vorstädte mit 5 Abteien und 19 Kapellen niederlegen, um für die Verteidiger freies Schußfeld zu bekommen und den Belagerern jede Möglichkeit für Deckung und Unterschlupf zu nehmen. Auch das Stadtviertel zwischen Seille und Mosel unterhalb des Hügels von St. Segolena wurde niedergelegt und dort hinter der ungünstig verlaufenden mittelalterlichen Stadtmauer ein bastionierter Wall (retran¬ chement de Guise) aufgeworfen. Es ist nicht zuletzt diesen Maßnahmen zuzuschrei¬ ben, daß Kaiser Karl V. die Belagerung von Metz im Januar 1553 nach drei erfolglo¬ sen Monaten abbrechen mußte. Die strategisch günstige Lage von Metz, das die kürzeste Verbindung zwischen der Freigrafschaft Burgund (Franche-Comté) und den habsburgischen Niederlanden, deren südlichster Vorposten Diedenhofen war, blockierte, ließ die Gefahr habsbur- gischer Rückeroberungsversuche fortbestehen. Aus diesem Grunde und auch wegen der mitunter feindselig erscheinenden Haltung der Metzer Stadtbevölkerung sah sich der französische Gouverneur veranlaßt, in der leicht erhöht liegenden Südwestecke der ummauerten Stadt eine ganze Reihe von Straßenzügen niederlegen zu lassen, die dort ansässigen Konvente umzuquartieren und hier von 1556—62 eine Zitadelle anzu¬ legen. Erst in den 1640er Jahren wurden weitere Verstärkungen gebaut: zwei Bastionen vor der Porte St. Thiébaut und ein Hornwerk vor der Porte de Pontiffroy im nord¬ westlichen Teil der Stadt. Auch in der zweiten Hälfte des 17. Jhs., also zur Zeit Vau- bans, änderte sich nicht viel. Zwar legte Vauban dreimal, in den Jahren 1675, 1680 und 1698, jeweils abgestimmt auf die politisch-militärische Lage des König¬ reiches, seine Gedanken zu einer durchgehenden Modernisierung der Stadtbefestigun¬ gen vor; denn es waren ja noch immer auf weite Strecken die mittelalterlichen Mau¬ ern, die die Stadt umgaben; aber abgesehen von einigen Verstärkungen, darunter ein dem Deutschen Tor vorgelagerter Halbmond, und der Anlage eines Schleusensystems zur Überflutung des südöstlichen Vorfeldes der Stadt wurde in seiner Zeit nichts an den Befestigungen verbessert. Erst nach dem spanischen Erbfolgekrieg entschloß sich der französische Hof auf Drängen des damaligen Gouverneurs der Provinz Drei Bistümer, zu der Metz gehörte, des Marschalls Belle-Isle zu einem der damaligen Festungstechnik entsprechenden Ausbau von Metz. Das war umso notwendiger, als ein Teil der von Vauban befestig¬ ten Plätze der vorderen Linie, wie Luxemburg, Mont-Royal und Homburg, Frank¬ reich verloren gegangen waren und durch die Auflösung der französischen Saarpro¬ vinz und die Wiederherstellung des Herzogtumes Lothringen die Grenzen näher an Metz herangerückt waren. Für diese Befestigung wurden die Pläne Vaubans zugrunde gelegt und von dem Marquis von Asfeld auf den neuesten Stand gebracht. Zur Durch¬ 233