Malstatt-Burbach mit 322 Stimmen, gefolgt von der Bürgermeisterei Dudweiler mit 27S, St. Johann mit 212, Sulzbach-Altenwald mit 144 und Saarbrücken mit 115 Stim¬ men. In Völklingen hatten 59 Wahlberechtigte für Emmel votiert, in Püttlingen 48. Überraschend waren lediglich die sozialdemokratischen Ergebnisse im Bereich der Bürgermeisterei Ludweiler: In Großrosseln stimmten 66 für Emmel, in Lauterbach 58; hier gaben wohl die in Lothringen arbeitenden Bergleute den Ausschlag. Sieht man von den drei Saarstädten ab, die knapp 44% der sozialdemokratischen Stimmen brachten, dann war lediglich in den beiden Bergarbeiterzentren Dudweiler und Sulzbach- Alten¬ wald ein relativer Erfolg zu verzeichnen. Ein politischer Erdrutsch blieb jedoch aus; die sozialdemokratischen Gewinne in den Bergarbeitergebieten stammten großenteils von Protestwählern gegen das Zentrum, die Stellung der Kartellparteien blieb unangefoch¬ ten. Im Wahlkreis Saarburg-Merzig-Saarlouis, der wieder an das Zentrum fiel, erhielt Weyand immerhin 655 Stimmen, davon 562 im Kreis Saarlouis. In Schwalbach stimm¬ ten 162 Wähler für ihn, in Differten 125, in Bous 93, in Fraulautern 62 und in Bettingen 52; das überraschende Ergebnis in Bous führte der Landrat auf die Agitation des Klempners Friedrich Roeder zurück, der bald darauf von den Mannesmann-Röhren¬ werken entlassen wurde22. Thome erzielte im Wahlkreis Ottweiler-St. Wendel-Mei- senheim das schlechteste Ergebnis; lediglich 138 Wähler votierten für ihn. Elversberg mit 40 Stimmen lag dabei an der Spitze, gefolgt von Neunkirchen und Stennweiler mit je 22. Im gesamten Kreis St. Wendel stimmen bloß 20 Personen für Thome23. Stumm siegte überlegen mit 15 644 Stimmen. „ Thatsäcbhcb haben eine große Zahl abgelegter und arbeitender Bergleute Herrn von Stumm gewählt“24, meldete der Landrat nach Trier. Am 21. Mai war Emmel in Karthaus auch als Kandidat für Stadt- und Landkreis Trier nominiert worden25; er erhielt hier 335 Stimmen26. Erfolgreicher war er in seinem drit¬ ten Wahlkreis Forbach-Saargemünd. Dort fielen mit 4724 knapp 25% der abgegebe¬ nen Stimmen auf ihn — ein Ergebnis, das fast für eine Stichwahl ausreichte27. Im Reichsmaßstab wuchs die Sozialdemokratie weiter an: Sie erzielte einen Zuwachs von 359440 Stimmen, nahezu jeder Vierte hatte SPD gewählt28. An der Saar aber schlugen sich der Zerfall des RSV, die in diesem Kontext umstrittene Rolle der Sozialdemokra¬ tie, die vom ,,Bergmannsfreund“ genährten Hoffnungen auf Wiederanlegung und der durch die Militärvorlage forcierte Patriotismus im Wahlergebnis nieder; die sozialde¬ mokratische Wahlkampftaktik an der Saar tat das ihre dazu. Selbst wenn man ,,die dies¬ mal selbstverständlich verstärkte Wahlüberwachung” berücksichtigt, auf die Beilot hinweist29, so war das Resultat der Sozialdemokratie im Saarrevier doch überaus ent¬ täuschend: Im Vergleich zu dem Ergebnis der ,,Arbeiterkandidaten“ Warken und Bachmann 1890 hatten Emmel, Thome und Weyand lediglich ein Fünftel dieser Stim¬ men erhalten. Regierung und Bergwerksdirektion zeigten sich vom Wahlergebnis überrascht. ,,Ein kläglicheres Resultat konnte Niemand nach den Unruhen erwarten“, schrieb der 22 LR Helfferich/SLS an RP vom 27. 6. 1893, LHAK 442/4408. RP Heppe/Trier an OP vom 4. 8. 1893, LHAK 403/6838, 281 -285. 23 LR Hagen/WND an RP vom 23. 6. 1893, LHAK 442/4408. 24 RA Wölbling/OTW an RP vom 27. 6. 1893, ebd. 25 OB de Nys/Trier an RP vom 26. 5. 1893, ebd. Emmels Trierer Wahlaufruf LHAK 442/6656. 26 Dresse 1, S. 106. 27 So eil, S. 270. 28 Fr icke: Zur Organisation, S. 110. 29 Beilot, S. 190. 308