Am 20. Januar 1891 wählten die Vertrauensmänner 13 aus ihrer Mitte „als Controll und Engere Vorstandes Mitglieder“ hinzu, „die mit dem Vorstand an allen Sitzungen theilnehmen“. Darunter waren Peter Schillo/Altenkessel, Johann Fox/Eppelborn, Heinrich Gräber/Sulzbach, Johann Paul/Buchenschachen, Jakob Andre/Schwalbach, Alexander Biet/Kirkel und Johann Mohr/Schiffweiler — Bergleute, die in der weiteren Bewegung noch eine große Rolle spielen sollten32. Je mehr sich der RSV institutionalisierte und gleichzeitig Anlaufstelle für Gemaßregel- tenunterstützung wurde, um so weniger kam er mit dem in den Statuten vorgesehenen Jahresbeitrag von 50 Pfg. aus. Ende August 1889 mietete der Verein zwei Zimmer bei dem Wirt Nikolaus Krön, die bis zur Fertigstellung des Rechtsschutzsaales als Ge¬ schäftsstelle dienten33. Eine Vertrauensmänner-Versammlung am 2. März 1890 be¬ schloß die Besoldung des engeren Vorstandes: Warken erhielt als „ständiger Geschäfts¬ führer“ das Monatsgehalt von 120 M., Bachmann und Berwanger eine monatliche Ver¬ gütung von 30 M. sowie Tagesspesen von 3 M. und die Auslagen bei Reisen34, ln der¬ selben Sitzung wurde darum der Jahresbeitrag auf 1,50 M. erhöht35. Am 7. Mai 1891 beschloß dann der Vorstand eine Anhebung der Beiträge auf 50 Pfg. monatlich36; die Vertrauensmänner-Versammlung am 31. Mai bejahte die Erhöhung und drohte allen Beitragssäumigen den Ausschluß an37. Wieso Peter Kiefer schreiben kann, diese Ver¬ sammlung habe eine Stundung der Beiträge „aus besonderen Gründen“ beschlossen, wird sein Geheimnis bleiben38; wahrscheinlich ging es ihm darum, den RSV seit diesem Zeitpunkt als Ansammlung von Karteileichen darzustellen. Die Maschinen- und Werkstättenarbeiter der Saargruben hatten sich am Streik nicht beteiligt und waren dem RSV ferngeblieben. Erst nach den „Völklinger Beschlüssen“ vom 4. Mai 1890 begannen sie mit der Bergarbeiterorganisation zu sympathisieren. Am 15. Mai beschloß bereits eine Versammlung des Altenkesseler Maschinenpersonals den Beitritt zum RSV39; eine Versammlung der Maschinen- und Werkstättenarbeiter aller Inspektionen billigte am 8. Juni 1890 die „Völklinger Beschlüsse“ und kam zu dem Schluß, keinen eigenen Verein zu bilden, sondern sich dem RSV anzuschließen, falls dessen Vorstand um je einen Maschinen- und Werkstättenarbeiter erweitert würde40 42. Die Vertrauensmänner-Versammlung des RSV am 19. Juni begrüßte zwar diesen Schritt, beschloß aber, „den Werkstättenarbeitern und Maschinenwärtern die Entsen¬ dung eines Mannes in den Vorstand (erst dann) zuzugestehen, wenn 2/3 dieser Katego¬ rie dem RSV beitritt“*1, eine Entscheidung, in der Peter Kiefer zurecht „ein gewisses Mißtrauen“*2 gegenüber dieser bisher unsolidarischen Arbeiterschicht erblickte. In¬ 32 Warken an BM Forster/Friedrichsthal vom 22. 1. 1891, ebd., 325. 33 Berwanger an BM Forster/Friedrichsthal vom 28. 8. 1889, ebd., 103. 34 BM Forster/Friedrichsthal an LR vom 3. 3. 1890, ebd, 196. 35 Dto. vom 7. 3. 1890, KrASB S/10. 36 Warken an BM Forster/Friedrichsthal vom 9. 5. 1891, SAFR, Best. RSV, 362. Dies entsprach in etwa dem Durchschnittsbeitrag der übrigen Gewerkschaften, vgl. Heilborn, S. 17. 37 BM Forster/Friedrichsthal an LR vom 8. 6. 1891, Konzept SAFR, Acta RSV, Ausfertigung KrASB S/10, Abschrift LHAK 442/4380. 38 Kiefer: Organisationsbestrebungen, S. 50. 39 1. Beigeordneter/Püttlingen an LR vom 16. 5. 1890, KrASB S/10. 40 PK Wetzel an BM Petermann/Dudweiler vom 9. 6. 1890, KrASB S/5, Abschrift LHAK 442/ 4420, 347 — 349. Der Wortführer dieser Strömung, Johann Klauk aus Püttlingen, vertrat die¬ sen Beschluß bei der Vertrauensmännerversammlung des unteren Reviers in Völklingen am 15. 6. 1890, BM Stürmer/VK an LR vom 16. 6. 1890, KrASB S/10, Abschrift LHAK 442/4420, 473 -476. 41 BM Forster/Friedrichsthal an LR vom 20. 6. 1890, SAFR, Best. RSV, 244. 42 Kiefer: Organisationsbestrebungen, S. 37. 124