Innenminister Heine 1919 die sofortige Vernichtung aller Geheimakten über Sozialde¬ mokraten auf den Landratsämtern an38. Bezüglich Bergarbeiterbewegung erwiesen sich die Akten der Saarbrücker Bergwerksdirektion als relativ lückenhaft39, ein Besuch der Zentralen Staatsarchive Merseburg und Potsdam scheiterte an den horrenden finanziel¬ len Forderungen der DDR-Behörden. Dennoch konnten diese Lücken durch die infol¬ ge der engen Verbindung von Bergfiskus und Verwaltung starke Ersatzüberlieferung bei staatlichen Behörden weitgehend geschlossen werden40. Insbesondere der durch August Jakob Sahner gerettete Bestand Rechtsschutzverein im Stadtarchiv Friedrichs¬ thal sowie die kaum bekannten Polizeiakten des Kreisarchivs Saarbrücken ließen auf die Versammlungsprotokolle der Bürgermeister zurückgreifen; die in der dreimaligen Redigierung der Berichte durch Landrat, Regierungspräsident und Oberpräsident lie¬ gende Gefahr der Verzerrung konnte durch diesen Bezug auf die unterste Verwaltungs¬ ebene ausgeschaltet werden. Mein Dank gilt den Mitarbeitern der aufgesuchten Archive für ihre Hilfsbereitschaft: Landesarchive Saarbrücken und Speyer, Landeshauptarchiv Koblenz, Kreisarchiv Saarbrücken, Hauptstaatsarchiv Düsseldorf, Bistumsarchiv Trier, Internationales In¬ stitut für Sozialgeschichte Amsterdam, Historisches Archiv der Stadt Köln, Archiv der Industriegewerkschaft Bergbau und Energie Bochum, Stadtarchive Saarbrücken, Friedrichsthal, Dudweiler, Neunkirchen und St. Wendel. Mit Rat und Tat standen mir die Bediensteten der Universitätsbibliothek Saarbrücken, der Landeskundlichen Abtei¬ lung der Stadtbibliothek Saarbrücken, der Zentralbibliothek der Saarbergwerke AG und der Universitäts- und Stadtbibliothek Köln zur Seite. Bernhard Besch/Hasborn und Karl Handfest/Luisenthal verdanke ich wichtige Hinweise, mein Kollege Hans Horch war mir ein ständig gesprächsbereiter und kritischer Diskussionspartner. Prof. Dr. Ernst Klein hat die Entstehung der Arbeit mit Interesse verfolgt und durch wert¬ volle Anregungen unterstützt. Nicht zuletzt aber gilt mein Dank vielen Redakteuren des Saarländischen Rundfunks, die mir trotz mancher Engpässe den partiellen Rückzug aus der journalistischen Tagesarbeit gestatteten. Die vorliegende Arbeit wurde im Oktober 1979 als Manuskript abgeschlossen und im Februar 1980 bei der Philosophischen Fakultät der Universität des Saarlandes als Dis¬ sertation eingereicht. Aufgrund dessen konnte die zwischenzeitlich erschienene Litera¬ tur nicht mehr verarbeitet werden; sie wird jedoch im Literaturverzeichnis bzw. in den Fußnoten aufgeführt, um eine weitere Auseinandersetzung mit dem Thema zu er¬ leichtern. 38 IM Heine an RP vom 21. 6. 1919, LHAK 403/13 362, 9. 39 Laut LASB, Repertorium 564, Bd, 2, S. 80 wurde beispielsweise der Aktenvorgang ,,Beschlüs¬ se der Arbeitgeber des Saargebietes vom 6. Juni 77 betr. Unterdrückung sozialdemokratischer Agitationen“ ,,zur Registratur des Herrn Vorsitzenden abgegeben“. Diesen Weg dürfte noch eine Reihe weiterer Schriftstücke aus diesem Sektor genommen haben. 40 Vgl. Hans-Walter Herrmann: Die archivalische Überlieferung des staatlichen Steinkohlen¬ bergbaues im Saarindustrierevier seit 1861, in: Wirtschaftsgeschichtliche Quellen in privaten und öffentlichen Archiven (= Veröffentlichungen aus rheinland-pfälzischen und saarländi¬ schen Archiven, Kleine Reihe H. 3), Koblenz 1974, S. 73 — 91, bes. S. 78 — 86. Wolfgang Läufer: Quellen zur Geschichte der Arbeiterbewegung im Landesarchiv Saarbrücken, in: IWK 15 (1979), H. 2, S. 279-298. 19