plan niemals zustimmen und sich notfalls mit seinem ganzen Einfluß für die Interessen Karls und seines Hauses einsetzen344. Am Zweibrücker Hof hatte Frau von Esebeck am entschiedensten die Meinung vertreten, daß Rumjancevs Vorschläge sehr vorteilhaft für das Haus Wittels¬ bach gewesen seien345. Einem ihrer Bekannten schrieb sie, daß sie es für besser gehalten hätte, sich - selbst unter einigen Opfern - zum Tausch bereit zu erklä¬ ren, als sich den vielen Schwierigkeiten auszusetzen, die eine Ablehnung zur Folge haben würden. Die Gefahr, daß sich der Herzog von ihrer Meinung beein¬ flussen lassen würde, ist weiterhin groß geblieben. Hofenfels wirkte deshalb einer Beeinflussung von ihrer Seite her entgegen; er versäumte es niemals, in seinen Berichten an den Herzog in den kritischen Wochen des Winters 1785 dessen Entscheidung gebührend hervorzuheben346. Seit Mitte Januar 1785 verhandelte Esebeck in Paris über die von Pfeffel ver¬ sprochene Anleihe und die Erhöhung der Subsidien347. Am 23. Februar 1785 erneuerte Vergennes den Unionsvertrag mit Pfalz-Zweibrücken. Die Subsidien wurden von 300 000 auf 500 000 livres pro Jahr erhöht - ein Betrag, der für die französischen Finanzen kaum mehr tragbar erschien. Ludwig XVI. übernahm gleichzeitig die Garantie für eine Anleihe von 6 Millionen livres, deren erste Rate im März 1785 von einem Genueser Finanzier ausbezahlt wurde348. Die Verpflichtung des Herzogs, sich von der französischen Politik stets leiten zu lassen, mußte dabei erneuert werden. Damit war die politische Vorherrschaft Frankreichs in Pfalz-Zweibrücken gesichert, und was die Beziehungen zu Preußen betraf, so schloß sich der Herzog am 4. Oktober 1785 zusammen mit seinem Bruder Maximilian dem im Juli unter Preußens Führung gegründeten Fürstenbund an; Karl II. August gelobte, auch für seine Erben und Nach¬ kommen, niemals in einen Tausch wittelsbachischer Lande einzuwilligen349. Auch nach der Gründung des Fürstenbundes hoffte der Wiener Hof, nach einem Sturz Hofenfels' das Tauschprojekt ohne Schwierigkeiten durchführen 344 Die Beitrittsurkunden sind veröffentlicht ebda., S. 356-360. 345 Bericht des preußischen Residenten Madeweiß in Stuttgart vom 23.3.1785: Je tiens de très bonne part, que Ja Dame d'Esbeck est au désespoir que le Duc de Deuxponts n'a pas agrée les propositions du Comte de Romanzow, et qu’elle a été contrariée dans les senti¬ ments par le Duc lui-même, son mari et le Baron de Hofen/els. Elle s'est expliqué sur ce sujet dans une lettre à un de ces amis dans ces termes, qu'elle prévoyait dans la suite tant de désagréments du refus qu'on avait faire de souscrire au traité d'échange qu'il eut mieux valu faire quelques sacrifices en acquiesçant, ce que pourtant les parties intéres¬ sées avaient été fort éloignées d'exiger, témoin leurs propositions plus avantageuses. ZStA Merseburg Rep. 40, 14a. 346 Siehe dazu BayHStA München K.bl. 420/4. 347 Vgl. dazu mittelberger, Hofenfels, S. 128. 348 GH A München KA 1692. 349 Je sais maintenant trop, pour n'être pas persuadé que cette Union est l’unique sauvegarde que nous ayons. Hofenfels an Hertzberg, Darmstadt 30.10.1785. ZStA Merseburg Rep. 40, 14a, fol. 237-237'. Siehe dazu auch v. aretin, Heiliges Römisches Reich, S. 168 ff. 189