sollten, schickte man den Elsässer Christian Friedrich Pfeffel329, der mit Karl II. August vertraut war, unter dem Vorwand nach Zweibrücken, er habe auf den lothringischen Besitzungen des Grafen Vergennes einige Arbeiten vorzu¬ nehmen. Die kurze Instruktion, welche Pfeffel erhalten hatte, beauftragte ihn zunächst damit, dem Herzog die feste Freundschaft Frankreichs zu versichern, damit dieser überzeugt sei, daß ihm der König helfen werde330. Damit Frankreich aber dazu in der Lage sei, müsse Pfeffel versuchen, eine genaue Kenntnis der pfalz- zweibrückischen Finanzlage zu erlangen. Er solle insbesondere seine ganze Sorgfalt darauf verwenden um festzustellen, inwieweit eine finanzielle Unter¬ stützung für den Herzog nützlich sein könne, ohne daß die Finanzen des Königs allzu stark belastet würden. Deshalb solle er mit dem Herzog keine feste Ab¬ machung treffen, denn der König wolle Herr seiner Entschlüsse bleiben331. Wider Erwarten hatte Pfeffel schnellen Erfolg. Er beschwor den Herzog, seinem alten hochangesehenen Geschlecht die Erblande in Deutschland zu erhalten. Ludwig XVI. sei bereit, ihn finanziell zu unterstützen und alle seine Schwierig¬ keiten zu beseitigen332. So konnte Pfeffel Karl II. August veranlassen, Rumjancev zu erklären, daß Pfalz-Zweibrücken ohne Frankreichs Einverständ¬ nis auf die Pläne des Kaisers nicht eingehen könne, da es durch den Vertrag vom Juni 1782 gebunden sei333. Damit war Rumjancevs diplomatische Mission gescheitert. Als man in Wien sah, daß ohne die französische Zustimmung keine Billigung des Tauschplans von Pfalz-Zweibrücken erreicht werden konnte, versuchte Joseph auf dem Wege über seine Schwester Marie Antoinette eine Einwilli¬ gung Frankreichs - für die Zustimmung sollten Luxemburg und Namur ange- boten werden - zu erzielen, was jedoch an der ungeschickten Verhandlungstak¬ tik des österreichischen Gesandten Mercy scheiterte334. Joseph II. nahm aber die Ablehnung Frankreichs zunächst gar nicht zur Kenntnis, da sie äußerst diplomatisch formuliert war; die Verhandlungen mit Pfalz-Zweibrücken wurden fortgesetzt, wobei man dem Herzog zu verstehen gab, daß Frankreich zuge¬ 329 De Corberon hatte Zweibrücken im August 1783 verlassen {Recueil des Instructions VII, S. 572). Christian Friedrich Pfeffel, am 3. Oktober 1726 in Colmar geboren, war erster Kommis im Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten und Jurisconsulte du Roi (siehe über Pfeffel martin, in ADB XXV, S. 612-614; pfannenschmid, Pfeffel's Fremdenbuch, S. 53-177; MASSON, Ministère des Affaires Etrangères, S. 25 ff, sowie bergsträsser, Pfeffels politische Tätigkeit in französischem Dienste). Nach dem Ausbruch der Revolution trat Pfeffel in den pfalz-zweibrückischen Dienst ein. 330 Recueil des Instructions VII, S. 574. 331 Ebda., S. 575. 332 Vgl, dazu Mittelberger, Hofenfels, S. 117. 333 Vgl. dazu ebda., S. 1171 334 Vgl, dazu grosjean, La politique rhénane, S. 110 ff; hanfstaengl, Amerika und Europa, S. 253 ff; mittelberger, Hofenfels, S. 120. 187