lassen. Der Herzog habe zu den Schulden, die er bei seinem Regierungsantritt vorgefunden habe, noch neue hinzugefügt und die französischen Ermahnungen zur Sparsamkeit bisher nicht beachtet. Es sei zu erwarten, daß durch die Nei¬ gung Karls zu großen Ausgaben und dessen Unfähigkeit, seine Liebhabereien einzuschränken, die Verschuldung noch größer werde, zumal es dem Herzog bisher nicht gelungen sei, eine Verpflichtung Karl Theodors, ihm eine jährliche Apanage von mindestens 100 000 Gulden zukommen zu lassen, vertraglich fest¬ legen zu lassen; Frankreich habe sich deshalb entschlossen, zusammen mit Ru߬ land bei Karl Theodor für die Sache des Herzogs einzutreten und seinen Ge¬ sandten in München, den Grafen Montezan, angewiesen, mit dem Grafen Rumjancev, dem russischen Gesandten beim Reich, gemeinsame Schritte in München zu unternehmen. Ende des Jahres 1782 bat Montezan im Auftrag Vergennes' den Kurfürsten Karl Theodor, für den Herzog von Pfalz-Zweibrücken eine Anleihe von 500 000 Gul¬ den gegen fünf Prozent Provision und fünf Prozent jährliche Zinsen aufzu¬ nehmen. Dieses Ansinnen Frankreichs lehnte Karl Theodor aber ab, weil er für dieses Darlehen selbst haften sollte310. Nachdem ein Versuch Hofenfels', in Genua mittels einer Garantie des französischen Königs eine Summe von 1 000 000 Taler aufzunehmen, gescheitert war311, konnte die letzte Hoffnung für Karl II. August nur noch Preußen sein. Im August 1783 reiste Hofenfels nach Berlin, um eine Anleihe von 1 000 000 Talern zu erbitten312. Dort wurde er jedoch abgewiesen, obwohl er seine Forderungen nicht in der ursprünglich vor¬ gesehenen Höhe - statt einer Million forderte er nur sechs- bis siebenhundert¬ tausend Taler - gestellt hatte313. Kurz zuvor war in Berlin das österreichisch¬ russische Bündnis bekannt geworden; die preußischen Minister versicherten Hofenfels, daß es nicht möglich sei, vom König Geld zu erhalten zu einem Zeit¬ punkt, in dem ein Krieg erwartet würde314. Nach dem mißglückten Versuch in Berlin trat Hofenfels durch Vermittlung des Herzogs von Weimar mit Hessen- Kassel in Verbindung, um eine Anleihe zu erhalten. Auch dieser Versuch blieb trotz anfänglicher guter Aussichten ergebnislos315. Während Hofenfels' Ab¬ wesenheit war es Creuzer gelungen, Anleihen im Namen des Herzogs aufzu¬ nehmen - allerdings nur deshalb, weil er bedenkenlos auf alle Bedingungen, waren sie auch noch so unvorteilhaft, eingegangen war316. Weil es Hofenfels 310 Vgl. dazu hanfstaengl, Amerika und Europa, S. 128. 311 Vgl. dazu mittelberger, Hofenfels, S. 74. 312 Vgl. dazu hanfstaengl, Amerika und Europa, S. 128; mittelberger, Hofenfels, S. 85. 313 Vgl. dazu ebda., S. 86. 314 „(...) sie versicherten ihm einstimmig, daß es leichter sei, aus einem Stein Wasser zu schlagen, als Geld vom Könige zu erhalten (...)". Ebda. 315 Siehe dazu ebda., S. 107, Anm. 3. 316 Hofenfels an das preußische Ministerium, Zweibrücken 22.1.1784. ZStA Merseburg Rep. 40, 14a. 184