Politik in Berührung gekommen251, seit der Mitte der 80er Jahre arbeitete er unter Hofenfels' Leitung im Departement der Auswärtigen Geschäfte252. In Maxi¬ milian Joseph Frhr. von Montgelas erhielt Cetto im April 1787 einen Kollegen253, mit dem er freundschaftlich verbunden war. Montgelas, der als Hofrat und Bücherzensor in München im August 1777 seine politische Lauf¬ bahn begonnen, sich aber dort als Mitglied des Illuminatenordens unbeliebt gemacht hatte254, war auf Hofenfels' Betreiben in den pfalz-zweibrückischen Dienst übernommen worden255. 2. Der Bayerische Erblolgekrieg und der Friede von Teschen Karl II. August behielt zunächst den politischen Kurs seines Vorgängers - eine starke Abhängigkeit von der französischen Politik - bei. Er billigte den von Christian IV. 1766 mit Frankreich abgeschlossenen geheimen Subsidien vertrag am 11. Februar 1776 durch einen neuen Vertrag gleichen Inhalts nachträglich256. Die Verbindungen zu dem Versailler Hof blieben formell die¬ selben, doch bestand der von Christian geübte persönliche Kontakt nicht mehr. Auch in der Linie der französischen Politik gegenüber Pfalz-Zweibrücken war mit der Übernahme der Leitung der Außenpolitik durch Vergennes257 im Juli 251 Siehe dazu Überlieferungen und Selbsterlebtes. Privatarchiv Cetto. 252 Siehe dazu BayHStA München K.bl. 420/2. 253 Mit Dekret vom 29.4.1787 wurde Montgelas als Legationsrat beim Departement der Auswärtigen Geschäfte angestellt (BayHStA München K.bl. 420/2). 254 Siehe dazu weis, Montgelas, S. 16-47. 255 Siehe dazu ebda., S. 55 f; ders., Hofenfels und Montgelas. 256 Der Vertragsteil über die Subsidien, die im Mai 1774 abgelaufen waren, wurde bis Mai 1778 verlängert Siehe dazu Recueil des Instructions VII, S. 561. 257 Eingehend mit der Poliük Vergennes' zu den rheinischen Reichsgebieten hat sich grosjean (La politique rhénane de Vergennes) befaßt Die Beurteilung seiner Außen¬ politik hat die französische Forschung sehr bewegt tratchevsky (La France et l'Alle¬ magne) kam zu einem negaüven Urteil über Vergennes, dem er zwar nicht guten Willen, aber jede Fähigkeit und Charakterstärke absprach. Die Redaktion der Zeit¬ schrift „Revue Historique" setzte sich sogleich von dieser Wertung ab. Zugleich ant¬ wortete dort sorel (Vergennes et sa politique) auf tratchevsky. Die Kontroverse setzte sich noch weiter fort (tratchevsky, Vergennes et ses apologistes). Die Anfänge der politischen Laufbahn Vergennes' behandelte bonneville de maragny (Ver¬ gennes). Die Arbeitsmethode Vergennes' kommt deutlich zum Ausdruck bei doniol, Le ministère des affaires étrangères, sowie ders., Vergennes et Hennin. Eine ausge¬ zeichnete zusammenfassende Darstellung gibt sorel, L'Europe et la révolution française; la visse (Histoire de France, Bd. IX, S. 92) beschreibt Vergennes als „un esprit net, qui savait exactement ce qu' il avait l'intention de faire ...; il savait les affaires à fond; sa prudence ne l’empêchait pas d'être énergique aux moments décisifs". Auch darf man la visse (ebda., S. 125) durchaus folgen, wenn er sein Urteil über Vergennes' Politik folgendermaßen zusammenfaßt- „Son grand mérite fut d'avoir vu le possible et suivi, à travers tant de difficultés, une politique très sage et très hono¬ rable en même temps". 174