Creuzer244 immer mehr, sich in den Vordergrund zu schieben, unterstützt in seinem Bemühen von der Frau des Ministers Esebeck. In Creuzer sollte Hofen¬ fels schon bald einen gefährlichen Gegenspieler haben, dem jedes Mittel recht war, um seinen Rivalen zu beseitigen. Aber nicht nur Hofenfels' einflußreiche Gegner, wie Frau von Esebeck, Creuzer und Abbe Salabert - er war der Religionslehrer Karl Augusts gewesen und übte bis zu dessen Tod einen in vieler Hinsicht negativen Einfluß auf ihn aus245 -, sondern auch die übrigen Höflinge, die aus den verschwenderischen Neigungen des Herzogs ihren Vorteil zu ziehen versuchten, wünschten seinen Sturz herbei246. Für deren Einstellung sind die Mitteilungen, welche gegenüber dem österreichischen Gesandten Lehrbach gemacht wurden247, charakteristisch; so wurde behauptet, daß der Herzog es nicht wagen würde, Hofenfels aus seinen Diensten zu entlassen, teils aus Schüchternheit wegen der Hoienfelsischen Rach¬ sucht, teils aus der Hoffnung wegen einiger in der Folge durch ihn sich versprechen¬ der Vorteile. Dagegen stehe Creuzer in der besonderen Gunst des Herzogs; diese sei ihm umso mehr vergönnt, je größer der allgemeine Haß und das Abscheuen wäre, welches von dem sämtlichen zweibrückisehen Hofe gegen den von Hofenfels getragen würde. Karl II. August hatte erkannt, daß Hofenfels für die Führung seiner Geschäfte unentbehrlich war248 ; aber erst nach Hofenfels' Tod (24. Juli 1787) wurde ihm bewußt, in welch hohem Grad das Funktionieren des Staates von der persön¬ lichen Leistung dieses Mannes abhängig gewesen war. Seit dem Tod von Hofen¬ fels sind meine auswärtigen Angelegenheiten über alle Maßen vernachlässigt worden. Esebeck versteht nichts davon [...], soll Karl II. August geäußert haben249. Der Minister hatte seine Aufgabe lediglich darin gesehen, die Vorschläge der ehemaligen Mitarbeiter Hofenfels', Cettos und Montgelas', dem Herzog zu unterbreiten und in wichtigen Fällen um dessen Entscheidung zu bitten250, Als Sekretär Hofenfels' ist Anton Cetto in München im Frühjahr 1778 und ein Jahr später auf dem Kongreß von Teschen schon früh mit der europäischen 244 Les embarras internes nous environnent davantage de jour en jour, me font courir la poste, faire des absences continuelles et perdre de vue nos grands intérêts. Hofenfels an die preußischen Kabinettsminister, Zweibrücken 31. Juli 1781. ZStA Merseburg Rep. 40, 14a. Zu Creuzer siehe Species facti die Malversation des ehemaligen Cammer-Präsi¬ denten von Creuzer betreffend (GHA München KA 1696a). 245 Vgl. dazu baumann, Karl August II. von Pfalz-Zweibrücken, S. 52. 246 Vgl. dazu Mittelberger, Hofenfels, S. 159. 247 Lehrbach an Kaunitz, Frankfurt 4. September 1785. HHStA Wien Staka Bayern 53, fol. 220-221, 248 „Trotzdem empfand er ,nichts weniger als eine wahre Neigung' für den treuen Diener (Hofenfels), der allzu oft zum unbequemen Mahner werden mußte" (mittelberger, Hofenfels, S. 158). 249 v. männlich, Lebenserinnerungen, S. 415. 250 Vgl. dazu weis, Montgelas, S. 81. 173