müssen85. Der Herzog konnte iür den Aufbau seines Behördenapparates zu¬ nächst auf den Kreis der Berater, der ihn bereits in der Erbfolge unterstützt hatte86, zurückgreifen; besonders hervorgehoben sei Heinrich Ludwig Atzen- heim, der einer der engsten Vertrauten des Herzogs gewesen ist87. Von den Hofbeamten, die von Rappoltsweiler und Bischweiler88 nach Zweibrücken kamen, hat lediglich der Oberhofmarschall Eberhard Heinrich von Göllnitz eine führende politische Rolle gespielt89. Von den bereits unter Gustav Samuel Leopold tätigen Räten wurden Karl Philipp Fabert90, von Jakob zu Hollach, Johann Reinhard Heinzenberg und der 1724 aus seinem Amt entlassene, aller¬ dings 1731 durch die kaiserliche Sequestrationskommission wieder eingesetzte Kammerrat Adam Hubertus Bettinger91 in die neue Regierung übernommen. Die führende Persönlichkeit war Heinrich Wilhelm von Wrede92. Mit dem kurpfälzischen Staatsminister von Hallberg hatte er in der Erbfolgefrage jene langwierigen Verhandlungen geführt, die schließlich im Mannheimer Sukzes¬ sionsvertrag ihren Abschluß fanden93. Wrede wird als tüchtiger Beamter geschildert94, der „mehr für die inneren Angelegenheiten veranlagt" gewesen zu sein scheint als „für den diplomatischen Verkehr". Als Kanzleidirektor wurde Ludwig de Savigny95, der seit 1725 als pfalz-birken- feldischer Regierungs- und Konsistorialrat in Trarbach tätig gewesen war, nach Zweibrücken berufen96. Savigny, der bis zu seinem Tod 1740 ein unentbehrli¬ cher Berater und Mitarbeiter gewesen ist, hat sich besonders um die Pflege der 85 Während der Sequesterverwaltung war es infolge von Einsparungen zu zahlreichen Entlassungen gekommen, von denen u.a. auch der Kanzler von Haumüller betroffen war; frei werdende Stellen wurden nicht mehr besetzt. Siehe dazu Bericht der Sequestraüonskommission an den Kaiser vom 13. April 1733. GHA München KA 485/4. 86 Siehe dazu das vorhergehende Kapitel. 87 Siehe dazu den Briefwechsel, GHA München KA 479/1. 88 Siehe dazu KOCH, Bischweiler, S. 18. 89 Siehe dazu KSchA Zweibrücken IV, Nr. 248. 90 Es erscheint verwunderlich, daß Fabert, der der kurpfälzisch gesinnten Partei angehört hat, von Christian III. in seine Regierung übernommen wurde - vermuüich ist der Grund in seiner guten Kenntnis der Verwaltungsorganisation zu suchen. 91 Siehe zu ihm LA Speyer B 2, Nr. 281. 92 Siehe zum folgenden Übersicht der Staatsgeschäfften während dem Ministeriell Amt des Freiherrn von Wrede an dem PfaJz-Zweibrückisch und letzlichem an dem Churpfälzischen Hof, alß derselbe vom erst- in des letztem Dienste eingetreten. LA Speyer B 6, o. Nr. (auf dem Umschlag vermerkt Rheinwaldiana). 93 Ebda, § 3-8. 94 Siehe dazu du moulin-eckart, Zweibrücken und Versailles, S. 249. 95 Siehe zu ihm v. savigny, Familie von Savigny, S. 225-247; stoll, Der junge Savigny, S. 9-12. 96 LA Speyer B 2, Nr. 3283, fol. 8. 149