stantische Premierminister Frhr. von Schorrenburg5 und der herzogliche Beichtvater, der Franziskanerprior Georg Baussumer6, die Ehe scheiden zu lassen oder die Erklärung ihrer Ungültigkeit in Rom zu erwirken. Im Sommer 1722 faßte Gustav Samuel Leopold den Entschluß, Schritte zur Auflösung seiner Ehe zu tun. Seit sich mit der Erbfolge in Pfalz-Zweibrücken die materiellen Grundlagen seines Lebens vorteilhaft gewandelt hatten, war für ihn der Grund für den Fortbestand der ehelichen Gemeinschaft mit Dorothea von Veldenz weggefallen. Den Kreis seiner Vertrauten überraschte Gustav Samuel Leopold mit der Absicht, Luise Dorothea von Hoffmann zu heiraten7. Nur wenige waren in das Geheimnis eingeweiht, aber bei ihnen stieß seine Absicht auf Wider¬ spruch: Baussumer weigerte sich entschieden, die Trauung vorzunehmen, bevor nicht das Urteil des Bischofs von Metz wegen der Ehescheidungsangelegenheit vorlag. Der Oberhofmarschall Raesfeldt täuschte eine Krankheit vor und entzog sich so jeglicher Stellungnahme, Schorrenburg äußerte sich nicht öffentlich zu den Plänen des Herzogs. Der künftigen Gemahlin wurde Ende September ein Appartement im Schloß zugewiesen8, Anfang Oktober fand in der Kapelle des Schlosses Gustavsburg 5 Philipp Friedrich von Schorrenburg, geb. 5.6.1676 in Meisenheim, begann seine Lauf¬ bahn als Amtmann und Oberamtmann unter der schwedischen Regierung in Pfalz- Zweibrücken. Nach dem Regierungsantritt Gustav Samuel Leopolds wurde er 1719 Geheimer Rat wie auch Präsident von allen Collegiis sowie Direktor der Geistlichen Güterverwaltung. Laut Dekret vom 24. März 1720 wurde er in den erblichen Reichs¬ freiherrnstand erhoben. Siehe dazu dahl, Die Schorren von Hasell und Hornbach, S. 92, sowie den Artikel „Schorrenburg" in zedler 35, Sp. 1015-1020, hier 1019: „Als nach dem Tode des Königs von Schweden, Carl XII., die Succeßion auf Z weybrücken auf den Hertzog Gustav als den letzten Pfalzgrafen von der Zweybruckischen Linie fiel, und solches auf den Drey Konigstag 1719 bekannt gemacht wurde, hat derselbe sich dieser Familie und jederzeit bezeugten besonderen Devoüon gnädigst erinnert und ihm, dem ältesten Bruder, Philipp Friedrich, die Einnehmung und Huldigung des Lan¬ des gnädigst anvertraut, welches er dann auch nebst seinem Schwager, einem von St. Ingbrecht, so geschwind und eifrig bewerkstelligte, daß der Hertzog bey seiner Zurück¬ kunft ein besonderes Vergnügen darüber bezeugte und ihn, nur gedachten Philipp Friedrichen, Freyherrn von Schorrenburg, sogleich zum ersten Regierungs-Rath und Oberamtmann, auch darauf zum Geheimen Rath, Premier-Minister und Präsidenten von allen Collegien; ermeldeten seinem Schwager von St. Ingbrecht aber zum Regie¬ rungs- und hierauf auch zum Geheimen Rath (...) gnädigst declarirte, (...)". 6 Baussumers Name läßt sich nur selten in den Akten finden; taucht seine Person aller¬ dings auf, dann immer in entscheidenden Situationen. Man darf deshalb durchaus annehmen, daß er weit mehr Anteil am politischen Geschehen hatte, als dies zunächst ersichtlich ist 7 Vgl. dazu und auch zum folgenden baumann, Lebensgeschichte der Luise Dorothea Hoffmann, S. 54-57. 8 Seinem Schwiegervater eröffnete der Herzog gleichzeitig, daß er dessen Tochter in seine Protektion genommen habe. Einem bevorstehenden Übertritt von Luise Dorothea zur katholischen Kirche möge sich die Familie nicht widersetzen, da im Heiligen Römi¬ schen Reich Gewissensfreiheit herrsche; dieses nicht allein, sondern [ich] offenbare Euch noch, daß ich Eure Tochter so lieb gewonnen, daß ich meine Vergnügung finde, sie vor Gott und wenig Zeugen vor meine Gemahlin anzunehmen, dennoch mit dem Reservat, daß bei Lebzeiten der Herzogin solches nicht deklarieret, oder so lang, bis es mir gefällig sein wird, 134