schaftskasse blieb jedoch auch weiterhin bestehen195, ebenso überlebte der Titel Landschafts-Commissarias das Ende der landschaftlichen Verfassung196. 3. Das Hofgericht Neben Kanzlei und Rechenkammer tritt als dritte zentrale Institution das Hofgericht197. Dieser oberste Gerichtshof des Landes stellt weder eine ständige noch eine selbständige Behörde dar: Es handelt sich vielmehr um eine Kom¬ mission, die von Fall zu Fall aus den Mitgliedern der Kanzlei zusammengesetzt wird198, wie dies für 1559 erwiesen199 und schon für die vorhergehende Zeit anzunehmen ist200. Wenn die von Herzog Wolfgang am 4. November 1568201 erlassene Unterge¬ richtsordnung den Eindruck hervorruft, als bestünde in Pfalz-Zweibrücken für diese Zeit bereits eine Hofgerichtsordnung202, so zeigt die Fassung der Zwei¬ brücker Handschrift der Kanzleiordnung von 1586203 das Gegenteil204; dort heißt es Von dem Ambt vnd bevelh eins Canntzlers (Art.49), daß dieser sich be¬ 195 Vgl. dazu ebda., S. 74. 196 Ebda., S. 83. 197 Der Beginn der Neuordnung des Gerichtswesens wurde von der vormundschaft¬ lichen Regierung für Herzog Wolfgang in den 30er Jahren des 16. Jahrhunderts ein¬ geleitet; sie erließ 1536, wohl am 3. Januar - dieses Datum gibt eine im 18. Jh. angefer¬ tigte Abschrift (Universitätsbibliothek Göttingen Cod. jurid. 452) an, molitor, Ge¬ schichte einer deutschen Fürstenstadt, S. 177, dagegen „Mittwoch nach Jubilate" (10. Mai) - eine „Gerichtsordnung", die in der Ausgabe von 1568 als Undeigerichtsordnung bezeichnet wurde. Die Druckvorlage zu dieser Ordnung, der die alte Gerichtsordnung vom Jahr 1536 zugrunde lag, ist in der Bibliotheca Biponüna in Zweibrücken unter der Signatur Zw. 62,2 vorhanden. Hier wurde der Instanzenweg festgelegt: In den Dörfern stellten die Dorfgerichte, in den Städten die Stadtgerichte die erste Instanz dar. Neben diesen Gerichten bestanden in den Städten landesherrliche Untergerichte. Vom Dorfgericht konnte eine Sache zum Stadtgericht oder zum Unter¬ gericht, nach dem Urteil des Unterrichters an den Fürsten vnd vnsar Hoffgericht vnnd sunst nindert hin (Zitat nach koch, Zweibrücker Gerichtsordnungen, S. 306) appelliert werden. 198 LA Speyer B 2, Nr. 1/3, fol. 122; vgl. auch dazu eid, Hof- und Staatsdienst, S. 214 f, so¬ wie sich darauf beziehend KOCH, Zweibrücker Gerichtsordnungen, S. 323. 199 Es Sollen auch vnnsere Hoiiät. vnd sonnderlich die Rechtsgelerten. vnnser Hofgericht ge¬ treulich helffen besitzen, vnnd ein aufsehens haben. Das menigclich. Reichen vnnd armen, recht widerfare [...] (Zitat nach keiper/buttmann, Kanzlei-Ordnung, S. 90). 200 Vgl. dazu lehmann, Vollständige Geschichte, S. 295, sowie auch molitor, Geschichte einer deutschen Fürstenstadt, S. 180. 201 Bibliotheca Bipontina Zweibrücken, Zw. 62,2; zu den Bestimmungen vgl. koch, Zwei¬ brücker Gerichtsordnungen, S. 306-316. 202 In dem Abschnitt von Appellationen wird eine Hofgerichtsordnung erwähnt (vgl. dazu koch, Zweibrücker Gerichtsordnungen, S. 306 f). 203 Bibliotheca Bipontina Zweibrücken, Handschrift Nr. 16. Der folgende Text ist nach keiper/buttmann, Kanzlei-Ordnung, S. 85, Anm. 1, zitiert. 204 Vgl. dazu auch koch, Zweibrücker Gerichtsordnungen, S. 323. 63