das 2%-fache der Aussaat überstieg“22. Diese Annahme wiederum, das zeigen die folgenden Berechnungen, gilt nur für die von Weyand untersuchten Orte um Schiffweiler, deren Böden bekanntlich unterdurchschnittliche Erträge lieferten. Die folgenden Werte an Roggen, Hafer und Weizen stellen Durchschnittserträge dar, die durch die Beziehung der Ertragsmengen der drei Güteklassen auf deren Anteile am gesamten Ackerland in jedem einzelnen Bann der Grafschaft errechnet wurden23. Die durchschnittlichen Roggenerträge in der Grafschaft Saarbrücken betrugen 7 dz/ha um 1765. Die höchsten Erträge lieferten Ransbach und Etzenhofen (je 9 dz/ha); es folgen St. Arnual (8,5 dz/ha), Berschweiler, Sellerbach, Fechingen und Scheidt (je 8 dz/ha). Unter dem Durchschnitt lagen Engelfangen, Kölln, Rösseln, Elm, Quierschied und Dudweiler (alle 6 dz/ha), Holz, Eidenborn, Klarenthal und Falscheid (je 5,5 dz/ha). In der Grafschaft Saarbrücken wurden im Durchschnitt 4,2 dz/ha Hafer geerntet. In einigen Orten lag der Haferertrag deutlich über dem Durchschnitt: Fechingen, Ransbach und Etzenhofen (5,5 dz/ha), St. Arnual, Berschweiler, Knausholz und Sellerbach (5 dz/ ha). Fast ein Viertel Hafer weniger als anderswo brachten die Bauern von Dudweiler, Quierschied und Sprengen (je 3,5 dz/ha), Falscheid, Eiden¬ born, Klarenthal, Gersweiler und Holz (3,2 dz/ha) nach Hause. Die Weizenerträge der wenigen Weizen bauenden Gemeinden im südöstlichen Teil der Grafschaft betrugen im Durchschnitt 8,6 dz/ha. Die Bauern in Rans¬ bach (10 dz/ha) und St. Arnual (9 dz/ha) standen sich noch besser, und die Güdinger und Bischmisheimer (je 8 dz/ha) hatten kaum weniger. Die höchsten Ernten im A-Land erbrachten für Roggen 13,8 dz/ha, für Hafer 8,2 dz/ha und für Weizen 14,8 dz/ha, sämtliche in Güdingen und Bübingen. Im C-Land erreichten die magersten Ernten gerade noch 3,9 dz/ha für Roggen und 2,4 dz/ha für Hafer, beides in Klarenthal. Auf einem Hektar Ackerland wurden unabhängig von der Bodengüte 2 Quart Saatgut ausgebracht24. Folglich kann die Frage nach dem Ertragsvielfachen genau beantwortet werden. Die Ergebnisse sind in Tabelle 30 festgehalten. Demnach waren die Getreideernten in Ransbach, St. Arnual und Umgebung recht gut, und in einigen Orten des Köllertales konnte man zufrieden sein. In den übrigen Gemeindeteilen des Tales gab es nur mäßige Ernten. Das gleiche gilt für die meisten Warndtorte. Geringe Erträge vom Ackerland brachten die Bauern in Gersweiler- Klarenthai, in der Meierei Falscheid und in Holz-Quierschied heim. Im Oberamt Ottweiler, so darf auf Grund der Bodenverhältnisse und der Ertrags¬ zahlen der Steuerschlüssel angenommen werden, wurden Erträge erzielt, die niedri¬ ger als in der Grafschaft Saarbrücken lagen. Vergleicht man die Getreideerträge des Fürstentums Nassau-Saarbrücken mit denen anderer Gebiete Deutschlands, so kann man unschwer erkennen, daß die Ernten im Saarbrücker Raum nicht die besten waren. Conrads Angaben zeigen 22 H. Weyand, a.a.O., S. 95. 23 Vgl. die Haupttabellen A und B, Sp. 21—23. 24 Steuerschlüssel der Bannbücher. 108