Spätestens 1632 wurde Dors mit einer neuen Aufgabe betraut, der Erstellung einer richtigen Genealogie, zu der auch besonders die Epitaphien auf Pergament als Dokumente beigefügt wer¬ den sollten. Initiator war ohne Zweifel Graf Wilhelm Ludwig nicht — wie etwa Elagelgans meinte 64) — Graf Johann. Dazu paßt gut die Stellung Wilhelm Ludwigs zunächst als Vormund seiner Brüder (bis 1629), dann als Senior des Hauses. Die herangezogenen Aktenstücke stam¬ men eindeutig aus seiner Kanzlei. Auch Andreae war — wie schon erwähnt — ja in seinem Auf¬ trag tätig. Durch die Kriegsereignisse kam die Arbeit am „Epitaphienbuch“ nicht voran. Dors malte nur zwölf Pergamente. Die Vorzeichnungen auf Papier wurden offenbar nur zum Teil in neue Papierzeichnungen umgesetzt. Andreae hat sie wie einen Teil der Pergamente in seine Genealogiebücher aufgenommen. Die ersten Zeichnungen wurden dann zusammen mit einer vorgeschalteten „Genealogie“ zu dem „Epitaphienbuch“ kombiniert. Nochmals muß unterstri¬ chen werden, daß Dors sich als Genealoge fühlte und auch eine nassauische Genealogie schrei¬ ben wollte. Rechts: Abb. 1 a/b: Petschaftssiegel des Henrich Dors von 1631 und 1636 (HHStA Wiesbaden Abt. 130 II Nr. 18 f.) aus der Mitte des 17. Jhs. (meist 33 x 26 cm), ebenfalls im HHStA Wiesbaden. — Nach mündlicher Auskunft des Hauptstaatsarchivs soll sich im Idsteiner Schloß noch eine Genealogietafel befinden (Anm. des Bearbeiters). 63a) über diese, vom Bearbeiter festgestellte Initiative des Grafen Wilhelm Ludwig vgl. Anm. 43. 64) Hagelgans S. 4. — Ruppersberg II, S. 77 sah in Graf Ludwig den Auftraggeber, doch war dieser be¬ reits am 8. 11. 1627 gestorben. Auch nach Wolf S. 15 hatte schon Graf Ludwig 1605 den Maler Dors mit der Anfertigung einer Wappentafel beauftragt, doch beruht dies sicherlich auf einem Irrtum. Kolb, Vortragsbericht, in: Annalen des Vereins für nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung 28, 1896, S. 338—340, nennt kein Datum für die Beauftragung, sondern gibt ebenfalls nur Graf Ludwig als Auftraggeber an. — Kremer, Originum I, S. (20) f. spricht im Blick auf das Epitaphienbuch von Graf Ludwig und seinen Söhnen, die Zeichnungen der Grabdenkmäler sammeln ließen. 30