das spätestens 1632 anzusetzen ist, wies Graf Wilhelm Ludwig seinen Bruder |ohann darauf hin, wie nötig es für unser gräfliches Haus sei, eine richtige Genealogiam zu haben. Mit Zu¬ tun anderer 44) habe der Maler Heinrich Dors zwar Einiges zusammengetragen und gemalt. Wegen einiger Zweifel habe er es jedoch für ratsam gehalten, daß nicht nur die Epitaphia und andere Monumenta abgerissen wurden, die der Maler nun größtenteils beisammen habe, son¬ dern daß dieser selbst mit seinem gesammelten Material hereinkäme, damit die Berichtigungen durchgeführt werden könnten; er werde sie in Kopie durch den Maler überbringen lassen, bäte aber, dazu Dienliches im Archiv des Adressaten ihm gleichermaßen mitzuteilen. Wegen der Wichtigkeit des Vorhabens habe er ferner mit dem Maler reden lassen, daß dieser die gen. abgerissenen Epitaphia und Monumenta uff Bergament in gewisse Form bringe und denselben die Genealogie von solchem Ort ahnquittire. Dors habe sich dahin erklärt, daß — sofern er für jeden unßer Gebrüder, also vier Exemplare zu verfertigen habe —, er für jedes Stück der gemalten Epitaphien 70/80 Th. haben wolle, mit Genealogie jedes etwa 30 Th. mehr. Bei nur einem Exemplar mit Genealogie könne er es aber zu diesem Preis nicht malen, da er nunmehr übers Jahr dazu gesammelt habe und zur endgültigen Fertigstellung auch noch Zeit brauche. Weil das gedachte Werk gerade in diesen Zeitläufen sehr nützlich, so sei er (Wilhelm Ludwig) entschlossen, und er habe auch mit dem Maler entsprechend verhandeln lassen, ein Exemplar für das hiesige Archiv zu fertigen. Hier tritt uns Graf Wilhelm Ludwig von Nassau-Saarbrücken als eigentlicher Initiator des Dors’schen „Epitaphienbuchs“ entgegen. Es sollte, das geht auch aus dem Titel hervor, eine nassauische Genealogie sein, der die Epitaphienbilder als dokumentierende Illustrationen bei¬ gegeben waren. Zu Beginn des Jahres 1633 weilte Henrich Dors noch in Idstein. Er hatte immer noch Forderun¬ gen an die Grafen. Am 17. Januar 1633 schrieb er aus Idstein an Kolb in Saarbrücken 45), daß es ihm sehr unangenehm sei, ihn abermals zu molestirenund zu importunieren, aber die höchste Not zwinge ihn, noch einmal um Hilfsmittel zur Fertigstellung seines angefangen(en) Werck(s) zu bitten. Er ersuchte Kolb, sich beim Oberamtmann zu verwenden, da er auf das Schreiben an den Kellner in Merenberg, das Kolb ihm hinterlassen hatte, bis dato keine Antwort be¬ kommen habe. Bei dem angefangen Werck handelte es sich um das genannte „Epitaphienbuch“, zu dem Dors in einer Anlage noch mehrere Fragen stellte: 1. Ob er die dillenburgische Linie zur Ergänzung der weilburgischen und saarbrückischen Li¬ nien noch ausführen oder ob es bei der ursprünglich festgesetzten Regelung bleiben solle 46). 44) Diese Mitarbeiter tauchen in den Genealogiebüchern und in anderen Quellen immer wieder auf. Im I. Genealogiebuch (1002/1, Vorrede, fol. IIV) werden genannt: Samson Hertzog, nassau-saarbrücker Rat; D. Raimund Jäger, nassau-wiesb. und idstein. Rat; Friedrich Weber, gewesener Pfarrer zu Mos¬ bach, und Matthias v. Hirschbach, gewes. nassau-sbr. Kanzler. Daneben sind zu nennen Sekretär Schäf- fer, Sekretär Pfeiffer. — Vgl. auch Ruppersberg 11, S. 421 und Kremer, Originum I, S. (17). 45) HHStA Wiesbaden Abt. 130 II A 19, fol. 1 f. und 5. 46) Die Grafen Albrecht (1537—1593), Philipp (1542— 1602) und Johann Ludwig (1567—1596) waren mit Gräfinnen aus dem Haus Nassau-Dillenburg verheiratet, so daß Anfang des 17. jahrhunderts die Ver¬ schwägerung mit dem ottonischen Zweig der Nassauer sehr eng und für die Genealogie des walrami- schen Zweiges von erhöhtem Interesse war. 25