Breit¬ furt Gers¬ heim Kirch¬ heim Oer- min- Herbitzheim 1453 1453 1508 1508 gen 1550 1417 1458 1464 22. Fund steht Äbtissin zu 27 2 10—11 83 10 23. Bannwein (2 Jahre Äbtissin, 3. Jahr Vogt) 24—25 10 69—71 4 (Ka¬ sten¬ vogt) 24. Stellung von Maßen und Hohlmaßen 21,22 18 63 5 9 Rechte und Pflichten des Vogtes: 25. Vogtabgaben allge- mein 16 35,36 21,25 26. Vogteiabgaben des Meiers und anderer Amtleute 17,18 34 31 15 27. Schirmpflicht: Ma߬ nahmen der Äbtissin bei Vernachlässigung 3 12 38,39 (nicht beant¬ wor¬ tet) 28. Schutz des alten Herkommens 6 3 4.2.2. Nur lokal gültige Zusatzbestimmungen Mit dem gemeinsamen Fragenkatalog der Herbitzheimer Grundherrschaft be¬ gnügten sich die Schöffen der verschiedenen Höfe nie, sondern fügten noch eigene, den Rechtsinhalt modifizierende Weisungen hinzu. a) Zur Gerichtsherrschaft: Daß der Meier der Äbtissin über alles außer den fünf Dingen zu urteilen hat, war Allgemeingut der Herbitzheimer Weistumsfamilie. Interessant ist jedoch, daß die Schöffen zum Zeitpunkt der Weisung offensichtlich keine genaue Vor¬ stellung von den fünf dingen hatten, übereinstimmend werden Diebstahl, Nachtbrennerei, Mord und Notzucht dazu gerechnet, während über das fünfte Verbrechen keine Klarheit herrschte. Die eine Gruppe — die Herbitzheimer Oberhofweisungen von 1458 und 1464 sowie das Weistum von Gersheim von 1453 — nennt Meisseiwunden. Bei drei anderen Weistümern lag ein vager Begriff von Ketzerei oder Zauberei zugrunde: in Breitfurt wird 1453 Ketzerei genannt. Die beiden Weistümer von 1508 haben dafür den Ausdruck verreder, aber während das in Gersheim im Sinne von Hexerei gemeint war, erklärten die Schöffen in Kirchheim den Begriff mit dem Zusatz einer, der sein eigenen herrn verredt, d. h. Felonie. Die Weisung über die fünf Dinge entsprach also in der Mitte des 15. Jahrhunderts und zu Beginn des 16. Jahrhunderts schon nicht mehr der Rechts Wirklichkeit und wurde daher unterschiedlich interpretiert. In Wirk¬ 188