Datum, Namen der Schöffen und des anhörenden Amtmanns hinzugefügt. Der Amtmann brachte das fertige Weisungsprotokoll mit und ließ es nur noch durch die Schöffen verlesen. Bei der Renovation dieses Weistums 16 8 766 wurde die Schöffenweisung noch mehr auf eine reine Formalität reduziert: der Abt ließ damals während der Reunionszeit dieses Weistum erneuern, die Bestim¬ mungen über die Fronen, die — wie ausdrücklich gesagt wird — auf Grund einer königlichen Verordnung zu erleichtern sind, werden dementsprechend verändert. Die Schöffen weisen also de jure etwas, das de facto durch landesherrliche Verordnung für die Herrschaft verbindlich geworden war. Die späteren Weis- tümer sind also nicht mit den früheren zu vergleichen und sollen daher in dieser Untersuchung nicht berücksichtigt werden. Es erscheint berechtigt, die Zeitgrenze während des Dreißigjährigen Krieges zu ziehen, in der Zeit, als die Kriegsereig¬ nisse sich auszuwirken begannen. Der Grund für diesen Bruch in der Weistumstradition ist wohl nicht allein in der Entwicklung zum absoluten Staat zu sehen, in den Schöffenweisungen nicht mehr paßten, sondern mindestens ebenso wichtig war die Entvölkerung der Saargegend im Dreißigjährigen Krieg67: damit war in vielen Orten die alte Rechts¬ tradition abgebrochen und mußte durch etwas Neues, eben meist herrschaftliche Dorfordnungen, ersetzt werden68. 2.1.2. Die Zeitverteilung der Weistümer bis 1630 Die Weistümer sind nicht seit der Wende vom 13. zum 14. Jahrhundert in gleich¬ mäßiger Zahl entstanden, sondern vielmehr finden sich nur wenige Überliefe¬ rungen aus dem 14. Jahrhundert, etwas mehr aus der ersten Hälfte des 15. Jahr¬ hunderts, zwischen 1450 und 1570 kommen sie in größerer Zahl vor, danach geht die Überlieferung langsam wieder zurück. Tabelle 1 zeigt die zeitliche Ver¬ teilung der Weistümer in 10-Jahres-Ab schnitten: In der ersten Spalte wird die Gesamtzahl der behandelten Weistümer genannt, in der zweiten dann die Anzahl der Quellen aus den nassauischen Gebieten, also der Grafschaft Saarbrücken, der Herrschaft Ottweiler und der Vogtei Herbitzheim69. Dabei wird nicht unterschieden, für wen die Weisung erging, sondern nach territorialen Gesichtspunkten vorgegangen. Dazu kommen Weis¬ tümer aus nassauischen Außenbesitzungen. Die dritte und vierte Spalte unter¬ scheidet Weistümer, die für geistliche und für weltliche Herren ergangen sind. Es wurde hier nicht berücksichtigt, in welcher Funktion für den Frageberechtig¬ ten gewiesen wurde. Falls mehrere Herren an der Weisung beteiligt waren, wird der Stand des erstgenannten, also meist des Grundherrn, als Richtlinie genom- 66 StAK 218/739, 25—26. 67 z. B. hatte die Grafschaft Saarbrücken ca. 90 % ihrer Bewohner verloren, vgl. Ge¬ schichtliche Landeskunde des Saarlandes. Vom Faustkeil zum Förderturm, hrsg. von Kurt Hoppstädter und Hans-Walter Herrmann, Bd. 1 (Saarbrücken 1960) 231—237. 68 über Dorfordnungen vgl. Norbert Scherer, Die Landgemeindeverwaltung im Für¬ stentum Nassau-Saarbrücken 1735—1793 (jur. Diss. Saarbrücken) München 1971, bes. 16—39. 69 Aus der Grafschaft Saarwerden sind keine Weistümer überliefert, vgl. Hans-Walter Herrmann, Geschichte der Grafschaft Saarwerden (Saarbrücken 1957—1962); Sche¬ rer (wie Anm. 68) fand hier auch keine Dorfordnungen vor. 31