Visitationen statt18. Schon 1357 war die Pfarrei dem Kloster Mettlach in¬ korporiert worden17. f) 1623 wohnen 29 Familien bei der St. Nikolaus-Kapelle zu Wahlen. Vor 1632 werden 33, nach dem Kriege noch zwei Familien zu Wahlen ver¬ zeichnet18. Während eine Steuerveranlagung von 1651 erst drei Haus¬ haltungen mit sehr geringem Viehbestand angibt, ist 1660 (bzw. 1684) der Ort wieder auf 17 Feuerstellen angewachsen19. Das Salbuch der Kellerei Saarburg von 1655 berichtet über eine Mahlmühle zu Wahlen so vor längst mit der Grundherrn gutem Wissen und Willen ui den Leute Eigentum gebauet worden ist, hat von diesen Zell Johann von we¬ gen des Wasserlaufs jährlichs Martini in die Kellerei Saarburg gelie¬ fert — 6 Faß Korns und an Geld — 6 alb. Außerdem findet sich eine Walkmühle auf Wahlener Bann: Schu Johann zu Wahlen hat von diesem mit damaligen Kellners Wissen und Bewilligung ein Walckmuelgin uff sein Eigentum zu bauen angefangen und soll des Wassergangs halben jährlichs Martini in die Kellerei Sarburg an Zinsen geben — 1 V2 alb20. Diese Mühlen sind selbstverständlich in Wahlen im Tal zu suchen, da das Gelände von Urwahlen keine Möglichkeit zum Mühlenbau bot. g) Nach der Volkssage soll im Dreißigjähr. Kriege eine Schlacht zwischen Schweden und Kaiserlichen geschlagen worden sein. Dabei sollen viele Schweden den Tod gefunden haben21. Weiterhin wurde erzählt, daß bei den Pestzügen des großen Krieges in der Gegend von Merzig und Mett¬ lach sich nur vier überlebende durch Flucht gerettet hätten. Vielleicht ist dies ein Hinweis auf die wirkliche Ursache des Wüstwerdens von Urwahlen. (Es sei an die großen Pestzüge von 1349/50 gedacht.) A) 1 TK 1:25 000 Nr. 6506 Reimsbach. — 2 P. de Lorenzi, Gesch. der Pfarreien I, S. 620 f. — 3 A. Jacob, Buchheim und Urwahlen, in: ZG Saarg. 8, 1958, S. 108—117. — 4 W. Fabricius, Erläuterungen V, 2, S. 101. — 5 Kat. A. Wadern, Parcellar- Plan Gemeinde Wahlen, Urkataster 1829, M. 1:1875 u. M. 1:937. — 6 W. Zengerle, Losheim, S. 43 (Nach M. Schäfer, Urwahlen und seine Kapelle, in: Unsere Hei¬ mat MVZ Nr. 8/31. 10. 1935). Vgl. W. Zengerle, Vergessene, seltsame Losheimer Flur-, Wege- und Gewässernamen, in: Heimatb. d. Kr. Merzig 1966, S. 160. — 7 P. Schmitt, Der Kreis Saarlouis und seine nächste Umgebung unter den Römern und Celten, Trier 1850, S. 99 ff. — 8 0. Wachsmuth, Urwahlen — Wahlen, in: Saarbrücker Bergmannskalender 1957, S. 103 f. — 9 J. H. Keil, Kreis Merzig, S. 87. Vgl. M. Müller, Wadern, Wirtschaftsleben, S. 27 f. Gerade die Volkssage verlegt den Untergang in den Dreißigjähr. Krieg und sieht in den Schweden oder Kroa¬ ten die Übeltäter. — 10 J. H. Keil, Kreis Merzig, S. 478. — 11 K. Hoppstädter, Nördliches Saarland, S. 25 f. — 12 F. Pauly, Merzig, S. 129 f; C. v. Briesen, Kreis Merzig, S. 91. — 13 M. Müller, ON Regbez. Trier, S. 31; N. van Wervecke, Ar- chives, S. 4 f Nr. 9. — 14 K. Hoppstädter, Nördliches Saarland, S. 26. — 15 ebda. — 16 A. Jacob, Buchheim und Urwahlen, S. 114 f. — 17 W. Fabricius, Erläuterun¬ gen V, 2, S. 101. — 18 J. C. Lager, in: Trierische Chronik (Archiv) 11, 1907, S. 54. — 19 A. Jacob, Buchheim und Urwahlen,S. 114 f; J. H. Keil, Kreis Merzig, S. 88. — 20 StA Koblenz Abt. 1 C Nr. 14722, Bl. 112. — 21 M. Enzweiler, Sagen, S. 46 ff. (Vgl. auch S. 29 u. S. 38 f.) B) K. Hoppstädter, Gesch. Landeskunde, S. 93. — W. Jungandreas, Hist. Lex. II, S. 1084. Vechingen vgl. Wechingen (392) 387