Nohon. (= Tünsdorf, Kirchdorf, Wehingen, Wü. Bundendele, Büschdorf, Wü. Nerdorf und Nohn)1. K. Lamprecht glaubte in Kiricdorfh die Gemeinde Kirf im Lk. Saarburg zu sehen, was jedoch aus sprachlichen Gründen un¬ wahrscheinlich ist2. Es ist anzunehmen, daß Kirchdorf in Tünsdorf aufge¬ gangen ist. Das heutige Tünsdorf setzt sich aus den Ortsteilen Ober-, Mittel- und Unter-Tünsdorf zusammen3. Bei der Betrachtung des Urka- tasters von 1837 ergibt sich, daß Mittel-Tünsdorf später als die beiden anderen Ortsteile entstanden sein dürfte. Kirchdorf könnte somit in der Nähe der heutigen Kirche zu suchen sein, die schon 1650 abbrannte, spä¬ ter aber wieder aufgebaut wurde. Tünsdorf war im Mittelalter ein Kirch¬ dorf. Diese mit dem Martin-Patrozinium ausgestattete Pfarrei zählte zum Dekanat Perl. Als Collatoren sind 1438 Arnold von Sierck, Herr zu Mont- clair und Meinsberg, und spätere Herren zu Meinsberg (1569 Graf v. Sayn) bekannt. Der Zehnt stand 2/s dem Collator und Vs dem Pfarrer zu. Das Kirchspiel umfaßte Kapellen zu Orscholz, Nohn, Büschdorf, Bethingen, Wehingen, Scheuerwald, zwei Mühlen auf der Steinbach, die Blech¬ mühle, den Scheuerhof und den Hof beim Schloß Meinsberg. F. Pauly identifiziert Kirchdorf mit Obertünsdorf4. A) 1 H. Müller, Mettlacher Güterrolle, S. 121; MRU 2, S. 345 Nr. 10; M. Müller, ON Regbez. Trier, S. 41 ff; vgl. auch MRU 1, S. 610 Nr. 550/Kirf. — 2 K. Lamprecht, Dt. Wirtschaftsleben II, S. 152 ff. — 3 Kat. A. Perl, Parcellar-Plan Gemeinde Tünsdorf, Urkataster 1837; TK 1:25 000 Nr. 6505 Merzig; MRR 1, S. 579 Nr. 2114. — 4 F. Pauly, Perl, S. 78 u. S. 82. B) W. Fabricius, Erläuterungen V, 2, S. 116. — L. Griebler, Verschollenene Dörfer. — W. Jungandreas, Hist. Lex. I, S. 205. — Der Kreis Merzig-Wadern, Stuttgart und Aalen 1972, S. 263. — P. de Lorenzi, Diözese Trier I, S. 436. — T. Raach, Mett¬ lach, S. 126. Kirchheim (210) Lk. Homburg, Gde. Breitfurt. a) Das Dorf Kirchheim lag südsüdöstlich vom Ortskern Breitfurt, an der Stelle des heutigen Kirchheimerhofes1. b) Um 1850: Ober dem Hoi, Kirchheimerhot, Kirchheimer Flur, Kirchheimer Wald, Kirchheimer Hochwald, Ottiliabrunnen, Im Schorrenburger Bruch2. c) Dorf, d) 4- 16. Jh. e) Am 6. Juni 1306 verkaufen Hennemann von Breitfurt und seine Frau Lisa den Rittern Jofrid und Johann, gen. Bamons von Saarbrücken, ihr Haus und Hof (zu Saarbr.) und alles, was sie in der Pfarrei Kirkem und im Banne des Dorfes Mengen zu Lehen tragen3. Auch 1309 wird Kirchheim als Kirchdorf im Besitz des Klosters Herbitzheim erwähnt4. 1324 hat der Ritter Johann Boemunt von Saarbrücken (Blies-)Gersheim und Kirchem, die zwei Sande Marien Hove und was dazu höret und sein Hunre Haus außerhalb von Saarbrücken vom Grafen von Saarbrücken zu Lehen5. 1328 bestätigt der Ritter Arnold von Sierck, daß er 1327 die beiden Marienhöfe Kirchem und Gersheim und das, was er im Saarbrücker Bann hat, als Lehen vom Grafen von Saarbrücken erhalten hat. Dafür ist er der Gefolgsmann des Grafen und Jahr und Tag zur Burghut ver¬ 257