Breitenbach (61) Stadt Saarbrücken, Alt-Saarbrücken. a) Ursprünglich lag Breitenbach auf Malstatter Bannbereich. Der eigene Bann der Siedlung hat sich als besonderer Teil der Gemarkung Saar¬ brücken praktisch bis zur Neuvermessung und Neuaufteilung des Stadtbannes im Jahre 1782 erhalten. Zur Lage der Siedlung schreibt A. Köllner: „Dieser Hof kann, gemäß seines Namens, nirgend anderswo als am Bache selbst gelegen haben, und zwar an einer Stelle, welche sowohl Quellwasser als geeignetes und nahe gelegenes Ödland und Wiesenboden darbot. Alle diese Erfordernisse eines Hofes sind in der Nähe des sog. Drahtzuges anzutreffen, obwohl in der Umgegend des¬ selben, sich nirgends Spuren von Gebäulichkeiten gefunden haben. — Vielleicht auch mögen die Reste dieses wahrscheinlich nicht sehr solid erbauten Hofes, bei Anlage des dortigen Weihers verschwunden sein, an welchem nachmals eine Walkmühle und noch später ein Eisenwerk und Drahtzieherei erbaut wurde. Diese Stelle scheint mir zur Anlage eines Hofes sehr geeignet gewesen zu sein1." Rollé meint dagegen: „Das Dorf Breitenbach stand in der Gegend der Galgendell am Mocken- weyer2." G. Bauer bezweifelt jedoch, meiner Meinung nach zu Recht, daß die Siedlung am Oberlauf des heutigen Pulverbaches zu suchen ist, zumal sich der Name breiten Bach weniger auf die Breite des Baches als vielmehr auf eine breitere Stelle des Talgrundes beziehen kann. Er sucht die Siedlung am Unterlauf des Baches, etwa in der Nähe der Deutschmühle, die früher (vor 1558) Breitenbacher Mühle genannt wurde3. Eine Handschrift um 1800 lokalisiert die Wüstung folgender¬ maßen: Notwendig hat dieser Ort nicht weit von dem Breitenbacher Weiher und Mühle, die nun Deutschhauser Mühle und Weiher heißt, gestanden4. Ein Bericht über die zur Meierei Malstatt gehörigen Dorf- schaften aus dem 18. Jahrhundert setzt zwar Breitenbach an den Folster Weiher, jedoch erscheinen die Angaben über die Gründe des Wüst- fallens viel interessanter: Die zur Meierei gehörigen drei Dorier Brei- denbach, Habst und Diefenthal liegen am linken Ufer der Saar, und bestanden zu ihrer Zeit, in dem was heut zu Tag der Stadtbann bildet, nebst dem Rottenhoier-Bezirk. Anno 1409 bestunden diese drei Orte noch, denn die Einkünfte sind in diesem Jahr noch verrechnet worden. Breydenbach lag dicht am Folster-Weiher an der kleinen Anhöhe, Habst dicht am Habster Weiher, an der Morgenseite auf dem Hügel, hier war eine Kirche, die 1730 noch stand und 1764 ganz abgerissen, und aus den Fundamenter ausgegraben, Diefenthal, da wo das Tal noch den Namen hat Diefenthal. Diese Örter sind verschwunden lange nach dem Jahr 1409, wahrscheinlich plötzlich durch Brand, den man findet keine andre Rudera als Dachziegeln jener Zeit, nur die Kirche von Habst war von Stein. Der Name dieser Örter bestehet noch, nach deren Abgang war die Herrschaft der Erbe, und hier in dieser Zeit nahm der Rothenhof seinen Anfang, den Graf Philipp II. bauen lies, und hat den Namen 118