Dorf an jetzo ruiniert und von niemand bewohnet, waren in anno 1611 noch sechs Häuser in esse82. In der Nähe von Schweighausen lag damals auch ein Stück wüst Land83. Ein Teil der Häuser in Oberkirchen ist 1703 neu gebauet, ein Teil aber auch noch wüst84. Zwischen 1710 und 1720 verzeichnet der Rat Schaller einige Nachrichten über Kriegslasten und Verödungen verschiede¬ ner Ortschaften der Grafschaft Saarbrücken im Dreißigjährigen Krieg: Ginsbach. .. der Hoi ist durch den langen Krieg verödet worden ... Nass¬ weiler ... solch Dort in Grund verbrannt, so ist es lange Zeit öde gelegen ... Werbel das Dorf ist in den großen Kriegszeiten abgegangen und verödet.. . Ommersheim ... in dem dreißigjährigen Krieg ist das Dorf gänzlich ruinirt... der mehrer Teil der Untertanen hiesiger Grafschaft entlaufen oder ausgestorben und dahero viele Gütter auch ganze Dörfer vom Fisco vacant worden85. Außerdem vermerkt Schaller, daß die Badstuben, Mahl¬ mühlen, eine Ziegelhütte, das Dorf Habscheid, das Dorf Eschberg und später auch die dortigen Weingärten abgegangen sind. Die Landesaufnahme der Grafschaft Nassau-Saarbrücken in der zweiten Hälfte des 18. Jh. verzeichnet wiederholt in den einzelnen Bannbüchern bestimmte Flächen als Wüstung86. Die oben angeführten Beispiele ließen sich vermehren. Sie zeigen jedoch deutlich, daß die Bezeichnungen für den Wüstungsvorgang weder zeitlich noch sachlich eng begrenzt auf die mittelalterliche Periode oder auf Gruppen¬ siedlungen verstanden werden. 82 ebda, fol. 10. 83 ebda, fol. 4. 84 ebda, fol. 167. 85 StA Koblenz Abt. 22 Nr. 2457 A. 86 Vgl. z. B. StA Koblenz Abt. 22 Nr. 3148 f. (Bischmisheim), 3152 f. (Bübingen), 3170 f. (Fechingen), 3180 (Gersweiler), 3241 (Schwalbach), 3257 (Wahlschied). 28