die zuständliche Veränderung des anderen Bewußtseins von Un¬ lust zu Lust oder (nach Schopenhauer) von größerer Unlust zu geringerer Unlust haben, wie im Mitleidswollen, aber auch nicht Veränderung in einer anderen Bestimmtheit als der zuständlichen des betreffenden Bewußtseins. Gibt es nun Fälle des Wollens aus Liebe2, in denen der besondere Zweck des aus Liebe2 Wollenden keine Veränderung des anderen Bewußtseins weder in zuständlicher noch in anderer Bewußtseinsbestimmtheit bedeutet — und solche Fälle kennt jeder — so muß in diesen der besondere Zweck als Veränderung des anderen Bewußtseins in seinem Wesen sich darstellen. So haben wir denn zweierlei Wollen aus Liebe2 zu verzeich¬ nen, von dem das eine auf Veränderung des anderen Bew ußt¬ seins in zuständlicher Bestimmtheit (von Unlust zu Lust) geht, also Bestimmtheitveränderung des anderen Bewußt¬ seins als den besonderen Zweck des Wollenden meint, während das andere Wollen aus Liebe2 als besonderen Zweck Wesen¬ veränderung des anderen Bewußtseins aufzuweisen hat. Die Verschiedenheit des zweierlei Wollens aus Liebe2 springt in die Augen, in dem ersten handelt es sich um Besonderheits¬ wechsel in einer Bestimmtheit, in der zweiten um Besonder¬ heitswechsel im Wiesen des anderen Bewußtseins. Beiderlei Wollen aus Liebe2 wrürde nun, wenn eben das Wort „sittlich“ doch uneingeschränkt menschliches Bewußtsein über¬ haupt trifft, also die in Betracht kommenden Bewrußtseinswesen nicht auch zu irgendeiner besonderen Einheit, sei es Herr¬ schaftseinheit, sei es Lebenseinheit, gehören müssen, anscheinend auf die Bezeichnung „sittliches Wollen“ Anspruch machen können, wenn nicht doch das Mitleidswollen ausscheiden müßte, weil dieses besondere Wollen aus Liebe2 gegenüber dem anderen, das auf Wesen Veränderung des geliebten2 Bewußtseins geht, das sittliche WTollen ein schränkte auf Bewußtseinswesen, deren zuständliche Bestimmtheit die Unlust ist. Schlechthin unein¬ geschränkt auf menschliches Bewußtsein in der Tat geht nur 124