Rheinische Creditbank mit der Credit- und Depositenkasse in Zweibrücken einen Fusionsvertrag abschiießen, der bestimmte, daß die Rheinische Creditbank alle Aktiva und Passiva der Credit- und Depositenkasse in Zweibrücken nach Beschluß der Hauptversammlung übernehmen sollte. Hierzu wurde das Kapital um 4 Millionen Mark auf 50 Millionen Mark erhöht436. Die Rheinische Creditbank hatte mit der Credit- und Depositenkasse und deren Vorgängerin der Firma Henigst, Cullmann & Co. in Zweibrücken jahrelang in guten Geschäftsbeziehungen gestanden437. Somit wurde Zweibrücken eine Hauptniederlassung der Rheinischen Creditbank in Mannheim und Neun¬ kirchen eine Agentur der Hauptniederlassung in Zweibrücken. 1929 kamen die drei Filialen der Rheinischen Creditbank in Homburg, Neun¬ kirchen und St. Ingbert zum Filialbezirk der DB Saarbrücken, der sich in diesem Jahr stark vergrößern konnte. Die Filiale Neunkirchen war die bedeutendste dieser drei übernommenen Zweig¬ stellen der Rheinischen Creditbank. Debitoren, Kreditoren und Spareinlagen stiegen von 1929 bis 1945 um das Zehnfache an. Lediglich der Wechselbestand ging nach 1939 infolge der Kriegseinwirkungen ständig zurück, so daß Ende 1943 nur Wechsel in Höhe von 7000 RM im Portefeuille waren438. 1929 hatte sie 22 Angestellte, von denen drei weibliche Schreibkräfte waren. 1945 zählte die Filiale 20 männliche und 6 weibliche Angestellte, von denen 12 eingezogen waren. Infolge steigender Unkosten gingen die Gewinne nach 1929 zunächst ständig zurück, stiegen aber danach an und erreichten 1945 ihren Höhepunkt. Von den Filialen der Deutschen Bank, die weniger als 25 Angestellte hatten, ver- zeichnete Neunkirchen einen hohen Unkosten-Koeffizienten mit 85,21 %> im Jahre 1937. Die übrigen Filialen lagen bedeutend tiefer. So hatte St. Ingbert lediglich einen Unkosten-Koeffizienten von 56,46% aufzuweisen, Homburg von 73,89 % 439. Die Entwicklung bei den beiden übrigen Filialen verlief ähnlich440. Auffallend ist die starke Zunahme der Kreditoren und Spareinlagen bei beiden Filialen ab 1940, wobei vor allem bei der Filiale Homburg die Kreditoren um das Fünffache und die Spareinlagen um das Siebenfache stiegen. Diese hohen Einlagen verdeutlichen den zwangsweisen Konsumverzicht der Bevölkerung und der Industrie, die zunächst einmal ihre Betriebe aufbauen mußte, bevor 436 Die Rheinische Creditbank in Mannheim wurde im Jahre 1870 mit einem Aktien¬ kapital von 10 500 000 fl (= 6 000 000 Taler) gegründet. Ihre Aufgabe bestand in der Erleichterung des Kapital- und Kreditverkehrs. Bei der Kapitalerhöhung 1898 um 9 900 000 M wurde ein Teil für die Fusion mit Kaiserslauterner Bank, vormals Bücking, Karcher &c Co, in Kaiserslautern und der Kommanditierung der Fa. Grohe- Henrich & Co. in Saarbrücken mit 2 Mio Mark verwendet (DBA-Rheinische Credit¬ bank, Geschäftsbericht pro 1870, 1898 und 1904). 437 DAB Rheinische Creditbank, Geschäftsbericht pro 1904. 438 ASKB-B-1929/36/39/43/45 der Filiale Neunkirchen. 439 ASKB-DB-G-1, Bl. 149. 450 ASKB-B-1936-40, Bilanzen der Filialen Homburg und St. Ingbert. ASKB-DB-G-1, Bi. 68. 121