wie die Zentrale in Berlin liquide Mittel, für die keine nutzbringende Anlage vor¬ handen war, in Effekten oder sonstige Anlagen umgewandelt383. Durch die Of¬ fenmarktpolitik der Reichsbank konnte sie ferner dazu übergehen, mehr als bisher Anleihen und verzinsliche Schatzanweisungen des Reiches und der Länder sowie sonstige bei der Reichsbank beleihbare Wertpapiere als liquide Anlagen zu er¬ werben. Die übrigen Bilanzpositionen bedürfen keiner näheren Erläuterung, da sie ent¬ weder von geringer Bedeutung sind oder die allgemeine Entwicklung kenn¬ zeichnen. Die Gewinn- und Verlustrechnung bestätigt die gute Entwicklung der Filiale in den Jahren 1927 bis 1930. Die Bank erzielte in dieser Zeit ihre höchsten Ge¬ winne384. Betrug der Gewinn 1930 7 059 681,39 frs., so sank er 1932 und 1933 rapide, was wiederum die schlechte Wirtschaftslage kennzeichnet. 1933 wurde lediglich ein Gewinn von 317 313,04 frs. erreicht. Die hohen Gewinne wurden vor allem durch die steigenden Erträge aus Provisionen und Zinsen erzielt. Die stei¬ genden personellen und sachlichen Unkosten, die trotz der Fusion 1929 und ständigen Einsparungen nicht verringert werden konnten, schmälerten nach 1930 die Gewinne erheblich. Die Zahl der Angestellten, die bis 1928 auf 115 verringert werden konnte, stieg infolge der Fusion auf 220 an. 1934 beschäftigte die Filiale Saarbrücken mit den Zweigstellen in Neunkirchen, St. Ingbert und Homburg und der Depositenkasse in Alt-Saarbrücken 206 Angestellte. 4. Die Deutsche Bank Filiale Saarbrücken nach der Rückgliederung 1935, der Zweite Weltkrieg und die Nachkriegsjahre. a) Die wirtschaftliche Situation an der Saar und die Stellung der Filiale nach der Rückgliederung und im Zweiten Weltkrieg. Am 13. Januar 1935 entschied sich die saarländische Bevölkerung für eine Rück¬ gliederung ins Deutsche Reich. Politisch und wirtschaftlich bedeutete diese Ent¬ scheidung für die Bevölkerung, die Industrie und den Handel eine Veränderung, die erst in den Jahren nach der Rückkehr ins nationalsozialistische Deutschland und vor allem im Zweiten Weltkrieg und der Nachkriegszeit der Bevölkerung bewußt wurde. Am 1. März übernahm die deutsche Regierung wieder die Saar¬ gruben, die kurze Zeit danach dem Rheinisch-Westfälischen Kohlensyndikat bei¬ traten385. Nach 1935 erhöhte sich die Förderung infolge technischer Verbesse¬ rungen ständig, ging zu Beginn des Krieges etwas zurück, erhöhte sich bis 1943 und sank in den folgenden Jahren auf einen absoluten Tiefstand, der den Pro¬ duktionsergebnissen um 1865 bis 1870 entsprach. Einen ähnlichen Produktions¬ 383 Geschäftsbericht der Deutschen Bank und Disconto-Gesellschaft pro 1934. 384 Vgl. Anlage 9. 385 A. Schmidt v. Bändel, Die Entwicklung des Saarbergbaues, S. 110/113. 105