Übernahme des Bankhauses Lazard, Brach & Co. in St. Johann machte die Ber- gisch Märkische Bank in Elberfeld der Deutschen Bank in Berlin in einem Brief vom 8. November 1904189 folgenden interessanten Vorschlag: Die Deutsche Bank sollte die ihr zu pari zu überweisenden Aktien zeichnen und für den Gegenwert ein Bardepot bilden. Weiter sollte sie die Aktien mit der Verpflichtung überneh¬ men, dieselben der Bergbank zum Zwecke der Erfüllung des mit der Firma Lazard, Brach 8c Co. getroffenen Abkommens wieder zur Verfügung zu stellen. Eine direkte Zeichnung der Firma Lazard, Brach 8c Co. wollte Elberfeld vermeiden, da die Bergbank bis zur Überweisung des Gegenwertes es nicht für opportun hielt, daß das Bankhaus in St. Johann deren Aktionär würde. Außerdem lehnte es die Bergbank in Elberfeld ab, dem Bankhaus Lazard, Brach Sc Co. zur Beschaffung des Gegenwertes für die Aktien zunächst einen Barkredit in Höhe des Nominal¬ betrages der Aktien zu geben. Die Deutsche Bank sollte einen besonderen Zeich¬ nungsschein über die 900 000 Mark ausschreiben und diesen sowie den über die 1 280 000 Mark der Bergisch Märkischen Bank in Elberfeld zuschicken. Eine Zeichnung der restlichen 3 570 000 Mark hielt die Bergbank nicht für erforder¬ lich, da dieses mit der Deutschen Bank geschlossene Leihgeschäft lediglich als Internum zu betrachten sei. Im Antwortschreiben der Deutschen Bank in Berlin vom 10. November 1904190 lehnte es diese jedoch ab, die Zeichnung der 900 000 Mark neue Aktien vorzunehmen, da dies nicht nur eine Belastung des Effekten- bestandes, sondern auch eine Erhöhung der Kreditoren über den Ultimo des Jahresendes bedeute. Die Deutsche Bank nehme die Zeichnung nur vor, wenn Elberfeld eine Provision von 1,5 °/o zahle. Die Bergisch Märkische Bank lehnte es jedoch ab, eine derart hohe Provision zu bezahlen und schlug eine Zeichnung der fraglichen Aktien durch die Firma Lazard, Brach 8c Co. selbst vor. Die Deutsche Bank sollte daher von der Ausstellung eines Zeichnungsscheines ab- sehen und es wegen der Einführung dieser Aktien bei der Zulassungsgebühr von 300 Mark belassen191. 3. Die Entwicklung der Saar-Industrie und der Städte Saarbrücken und St. Johann von 1905 bis 1913 Die Industrie und der Handel an der Saar erlebten in der Zeit zwischen 1905 bis 1913 einen stetigen Aufschwung, wobei lediglich in den Jahren 1908/09 eine Stockung auftrat. Die Steinkohleförderung der Staatlichen Gruben an der Saar schwankte von 1905 bis 1912 zwischen 10,6 und 11,6 Millionen Tonnen und stieg 1913 auf 12,2 Millionen Tonnen192. 189 DBA-Übernahme 1904. 190 DBA-Bergbank. 191 DBA-Bergbank. 192 G. Schuster, 200 Jahre Bergbau, S. 3/4 im Anhang. 56