in erzählenden Quellen wie auch in Urkunden, die in keinem Zusammenhang mit jenen beiden von Abbe de Camp überlieferten Sätzen stehen, genannt: so in der Historia monasterii Mosomensis, in einer Urkunde des Klosters Mouzon wie auch in anderen Diplomen der Zeit von ca. 970—986210. Und spricht nicht vielleicht doch einiges dafür, daß dieser Mann ein naher Verwandter der drei berühmten lothringischen Geschwister wie auch des Pfalzgrafen Gottfried und seiner Kinder gewesen ist? Manches läßt sich anführen: So sieht man etwa die Grafschaft Metz vom Ende des 9. Jahrhunderts bis 944 in den Händen Matfrieds und seines Soh¬ nes Adalbert, dann findet man in den 60er Jahren des 10. Jahrhunderts einen Grafen Gerhard in Metz217 und schließlich um die Jahrtausendwende — nach 216 Hanc villam (Breviliacum = Brévilly bei Mouzon) tunc Richardus comes Metensis ex antiquo in beneficio de episcopio tanquam jure proprio possidebat, quam bonus ille praesul, sicut promisit, multo sibi adnisu attrahens, antequam vita decederet, huic Mosomensi ecclesiae jure proprio in reliquo possidendam legaliter contradidit; Chron. Mosom. 1. II c. 4, MG SS XIV S. 613. Zur Unterschrift der Urkunde aus Mouzon vom Jahre 971 vgl. Père Benoît (Picart), L’origine de la maison de Lorraine (1704) S. 153, und M eu risse, Histoire des evesques de l’eglise de Metz (1634) S. 336. — Das + Richardi comitis findet man sodann unter einer Urkunde aus St. Martin in Metz, einer Fälschung der ersten Hälfte des 12. Jahr¬ hunderts, die mit dem Datum des 24. Febr. 965 versehen worden ist. Für die Zeugenreihe scheint aber immerhin eine Urkunde der 2. Hälfte des 10. Jahrhunderts als Vorbild verwendet worden zu sein; vgl. dazu R. P a r i s o t, Les origines de la Haute-Lorraine (1909) S. 491 ff., wo auch auf S. 517 ff. diese Urkunde ediert ist. — Eine 986 in Varangéville im Chaumontois ausgestellte Urkunde des Abtes Immo von Gorze zeigt in der Schlußformel: sub interdictu Dei ... ac regis banno et ducis Teoderici, comitis Richardi ac nostro; A. d’Herbomez, Cartulaire de 1’abbaye de Gorze (Mettensia II, 1898) S. 217 nr. 119. Im gleichen Jahre 986 unterschrieb Graf Richard eine Urkunde des Bischofs Gerhard von Toul für das Touler Kloster S. Mansuy. Bezeichnend ist dabei die Unterschriftenfolge Signum Varneri comitis. Signum Richardi comitis; A. Calme t, Hist, de Lorraine 1. Aufl. I Pr. S. 392 f., 2. Aufl. II Pr. S. 242. Diese Reihenfolge sieht man auch in einer Urkunde Bischof Gerhards für das Kloster Bouxières-aux-Dames, die bereits aus dem Jahre 968 stammt, aber Richard (noch?) ohne Titel aufführt: Signum Warnen comi¬ tis; Signum Richardi; A. Calme t, a. a. O. 1. Aufl. I Pr. S. 381, 2. Aufl. II Pr. S. 225. Auch in einer Besitzbestätigungsurkunde Kaiser Konrads II. für das Touler Kloster S. Èvre findet man diese Reihenfolge: Praeterea addimus illis ea quae a temporibus Gerar di praesulis in eodem aucta sunt ... in UImito ex alodo Warneri comitis, in Audoleni villa ex alodo Richardi . . .; MG DD Konrad IL S. 268 nr. 200. Ob die beiden letztgenannten Belege auf den hier zu behandelnden Grafen Richard zu beziehen sind, kann nicht leicht entschieden werden. Vgl. weiter auch Anm. 220. 217 Angebliche Originalurkunde des Bischofs Dietrich von Metz (965—984) für das dortige Glodesindenkloster, die das Datum des 1. Sept. 962 trägt. Sie trägt folgende Unterschriften: Theodericus humilis presul Mettensium subscripsit. + Friderici ducis. + Girardi comitis. + Richen comitis. + Immonis comitis. + Folquini + Folmari...; W. Wolfram, Die Urkunden Ludwigs des Deutschen für das Glossindenkloster in Metz, in: MIÖG 11 (1890) S. 14. Dieses Stück stammt von einer Hand des beginnenden 11. Jahrhunderts (so Wolfram S. 21), ist also nur etwa 40/50 Jahre nach der angeführten Zeit geschrieben. Daß es sich nicht um 139