IV Die Anfänge des Hauses Habsburg-Lothringen, die Verwandtschaft Papst Leos IX. mit den Saliern und die lothringischen Verwandten und Vorfahren Kaiser Konrads II. Mit der Familie des Pfalzgrafen Gottfried und den behandelten Matfriedingern stehen einige andere Adelsgruppen in verwandtschaftlicher Verbindung, ohne daß dabei die nähere Art und Weise der Verwandtschaft feststeht. So etwa war aus dem im Kapitel II gegebenen Zitat aus der Vita Adelheids von Vilich schon zu ersehen, daß ein Sohn Gottfrieds und Ermentruds als atavus Kaiser Heinrichs III. galt. Mit Heinrich III. ist durch seinen Vater Konrad II. und seine Großmutter Adelheid wiederum das lothringische Herzogshaus eng verknüpft, — jenes Adels¬ geschlecht, das nach fast 700-jährigem Wirken in Lothringen durch die 1736 ge¬ schlossene Ehe des Herzogs Franz Stephan mit Kaiser Karls VI. Tochter Maria Theresia die alten Habsburger in der Führung des Deutschen Reiches ablösen sollte und als neues Kaiserhaus Habsburg-Lothringen in die Geschichte eingegangen ist. Weiterhin wird ein lothringischer Adliger der Gegend um Verdun wieder¬ holt als Blutsverwandter Kaiser Konrads II. genannt, wobei sich zeigt, daß seine engen Angehörigen Namen wie Richar, Wigfried und Godizo (= Gottfried) tru¬ gen, die zugleich auf die Familie des Pfalzgrafen zurückverweisen. Mit Kaiser Konrad II. stand schließlich auch Papst Leo IX. aus dem Hause Dagsburg/Egis- heim, der dieses Geschlecht zu höchstem Ansehen bringen sollte, in Blutsverwandt¬ schaft; und unter seinen Brüdern, Vettern und Onkeln findet man Namen wie Gerhard und Matfried, die gleichfalls auf eine Verbindung zur Sippe des Pfalz¬ grafen hindeuten. Solche Verbindungen lassen sich — wenn auch auf mühevollen Umwegen — weitgehend klären. Die letzte Sicherheit hängt freilich von dem Grad der Beweiskraft ab, die man den vorzutragenden Argumenten beimessen will. Wir wollen die verschiedenen Komplexe zunächst einzeln betrachten und dabei zuerst unser Augenmerk auf die Anfänge des lothringischen Herzogshauses richten. 1 Die Ahnen des Herzogs Franz Stephan von Lothringen lassen sich ohne Mühe bis auf jenen Grafen Gerhard zurückverfolgen, den Kaiser Heinrich III. im 79