Ill Die Herkunft der Bischöfe Dado und Bernoin von Verdun und die Matfriedinger in der ersten Hälfte des 10. Jahrhunderts Aus dem soeben behandelten Familienzusammenhang wird man bei einer Be¬ trachtung der Verwandtschaft der beiden Verduner Bischöfe Dado (880—923) und Bernoin (925—939) nicht weit hinausgeführt. Ist doch durch die Vita Johanns von Gorze bekannt, daß Bernoin ein Bruder des Grafen Adalbert von Metz war1, der dort lediglich als vir genere quidem clarus bezeichnet ist, den aber der Fort¬ setzer Reginos von Prüm als Adalbertus comes filius Mathfridi erwähnt2. Adal¬ bert wurde nach diesem Bericht des Regino-Fortsetzers 944 erschlagen. Matfried wiederum, 926 urkundlich als Graf des Metzgaues genannt3, ist durch Regino von Prüm wiederholt als Bruder des Bischofs Richar von Lüttich (923—945) und früheren Abtes von Prüm (899—923) wie auch des Grafen Gerhard bezeugt4, der im vorangegangenen Abschnitt bereits als Vater des Pfalzgrafen Gottfried erwie¬ sen worden ist. Demnach entstammte also auch Bischof Bernoin von Verdun der angesehenen Matfriedingerfamilie. Bernoin war nach dem Zeugnis Flodoards ein nepos seines Vorgängers Dado5. 1 MG SS IV S. 347 c. 38: (Adelbert), qui magnitudine, potentia ac ferocitate cum sui tum fratris Bernuini Virdunensis episcopi, acerrimae pariter mentis viri ... — Adalbert ist nicht ausdrücklich als comes Metensis bezeugt, doch kennen wir eine ähnliche Bezeugung für seinen Vater (vgl. Anm. 3). Außerdem lassen sich Adalberts Beziehungen zu Metz nachweisen. Am 15. März 942 Unterzeichnete Adelbertus comes z. B. die Urkunde des Bischofs Adalbero von Metz über die Errichtung neuen reli¬ giösen Lebens in Sankt Arnulf in Metz an erster Stelle nach dem Herzog Otto; Gallia Christiana XIII, Instr. S. 386 nr. 18, und A. Calmet, Histoire de Lorraine 1. Aufl. I Pr. S. 349 f., 2. Auf!. II Pr. S. 188 ff. 2 Reginonis abb. Prum. chron. ad 944, ed. F. Kurze, MG SS rer. Germ. S. 163; des¬ gleichen Annalista Saxo, MG SS VI S. 605. 3 C. Wampach, Urkunden- und Quellenbuch I S. 178 f. nr. 150 (= H. Beyer, Mittelrhein. Urkundenbuch I S. 229 nr. 165): in loco denominato Radinga (= Re¬ dingen a. d. lothr.-luxemb. Grenze, Kt. Longwy) in pago Metensi in comitatu Matfridi. 4 Regino ad 892, 897, 900, 906, S. 138 ff. — Zu diesen Leuten s. dann ausführlicher unten im Kapitel V. 5 Flodoardi annales ad 925, ed. P h. Lauer (Coli, de textes) S. 33: Heinrico cuncti se Lotharienses committunt, et ipse Bernuino, Dadonis episcopi nepoti, episcopium Virdunense concedit; ebenda S. 197 Auszug aus der Chronik Hugos von Flavigny (= MG SS VIII S. 358). 71