freilich, ihre eigenen Nachkommen, Geschwister, Vettern und Cousinen, die bislang von uns auch nicht erwähnt worden sind, unberücksichtigt bleiben mögen. Von der Lösung dieses Problems um die Verwandtschaft Ottos und Irmingards von Hammerstein auf die nächsten Kapitel vorausschauend sei jetzt schon be¬ merkt, daß vor allem die hier erstmals gelungene namentliche Ermittlung der Gemahlin und der Kinder des lothringischen Pfalzgrafen Gottfried für alles Fol¬ gende von der größten Wichtigkeit ist. 78 Daß Irmintrud mit einem Mann aus dem Hause des Maasgau-Grafengeschlechtes um Reginar und Giselbert vermählt gewesen sein dürfte, zeigt gerade das Auftauchen der Reginar- und Giselbert-Namen in ihrer Nachkommenschaft; vgl. dazu H. R e n n , Das erste Luxemburger Grafenhaus S. 39 f., und E. Hlawitschka, Lotharin¬ gien und das Reich (1968) S. 177 Anm. 61. Ein anderer gleichfalls sehr diskutabler Vorschlag zur Erklärung jener auffälligen Namen — und zwar Herleitung derselben aus der Vorfahrenschaft Wigerichs — findet sich bei K. A. Eckhardt, Genealo¬ gische Funde zur allgem. Geschichte (2. Aufl. 1963) S. 58 f. 79 Karl d. Einf. war einerseits das letzte Kind Ludwigs d. Stammlers und wurde sogar erst nach dem Tode seines Vaters geboren, andererseits verheiratete er sich erst relativ spät (vgl. E. Brandenburg, Die Nachkommen Karls d. Gr., Tafel 1). Dadurch wird die in unserer Skizze angedeutete Generationsverschiebung in der Nach¬ kommenschaft Ludwigs d. Stammlers verständlich. 80 Die genealogische Einordnung Ermentruds, der Gemahlin des Grafen Arnulf von Rumigny-Florennes und Mutter des Bischofs Gerhard von Cambrai, ist nicht völlig sicher. Fest steht lediglich, daß Bischof Gerhard von Cambrai (1012 — 1051), der Sohn Ermentruds und Arnulfs, durch seine Mutter mit Erzbischof Adalbero von Reims verwandt war (Gesta episcoporum Cameracensium III c. 1, MG SS VII S. 465: Domnus Imperator Henricus . . . Gerardo capellano, adhuc diacono, non infimis parentibus Lothariensium atque Karlensium edito . . . (1012) donum largitus est episcopii. Hunc in puericia Albero Remensium archiepiscopus, pro consanguini- tate, sed et pro praediis quae ex parte matris in ipsa terra habebat hereditario iure tenendis, secum permissione parentum abduxit et . . . educavit. Deshalb konnte Ermentrud in der älteren Forschung gelegentlich auch als Tochter Gottfrieds des Ge¬ fangenen von Verdun betrachtet werden; z.B. bei C. G. Roland, Histoire généalogique de la maison de Rumigny-Florennes (Annales de la Soc. archéol. de Namur 19, 1891) S. 73, und bei F. Rousseau, Actes des comtes de Namur de la première race 946 — 1196 (1936) S. XVII. Auch F. W. Oedìger, Die ältesten Urkunden d. Stiftes Rees S. 28, schließt sich diesem Vorschlag an, hält gleichwohl die von uns vorgenommene Einordnung für möglich. Man könnte Ermentrud freilich auch als Nachkommin Heinrichs oder Reginars, der Brüder Gottfrieds des Gefan¬ genen, ansehen. 70