die ja die Tochter eines Gottfried war, wie die genealogische Notiz aus dem Ham- mersteinschen Prozeß zeigt — die Vorfahrenschaft Irmingards von Hammerstein zusehends Leben und Gestalt an. Wir werden in den lotharingischen Raum zurück¬ gelenkt. Zumal als Eltern des Grafen Gottfried des Gefangenen der Graf Gozlin vom Bidgau und die Gräfin Uda genugsam bekannt sind und wiederum Gozlins Eltern in dem 916/919 verstorbenen Pfalzgrafen Wigerich und seiner Gemahlin Kunigunde (Enkelin Ludwigs d. Stammlers) seit langem feststehen21, läßt sich mit Schenk zu Schweinsberg die genealogische Notiz über die Verwandtschaft Ottos und Irmingards von Hammerstein in folgender Weise verdeutlichen: Wigerich CD Kunigunde A QD B + 916/19 Gozlin CD Uda + 943 Gottfried d. Gef. + nach 995 CD Mathilde .1 Irmingard v. Hammerstein C GD D F QD G I . I Godefrid QD E Gerberga + ca. 995 CD Graf Megingoz Imiza = Irmintrud CD Graf Heribert Otto v. Hammerstein Da Gottfried der Gefangene und Gerberga in der Notiz als nepos et neptis be¬ zeichnet werden, bleiben zur Erklärung der Blutsverwandtschaft Ottos und Irmin¬ gards von Hammerstein nur 4 Möglichkeiten: es waren entweder Gozlin und Godefrid oder Gozlin und die ungenannte Gemahlin Godefrids bzw. Uda und Godefrid oder Uda und die ungenannte Gemahlin Godefrids Geschwister. Schenk zu Schweinsberg hat gemeint, Gozlin und Godefrid als Halbbrüder durch Kuni¬ gunde, die nach dem Tode Wigerichs noch eine zweite Ehe mit dem Grafen Rich- win von Verdun eingegangen war, ansehen zu dürfen. Seine Ansicht hat Anklang, aber auch heftigen Widerspruch gefunden22. Über unverbindliche Meinungen ist aber noch niemand hinausgekommen, dies vor allem, weil bisher die ungenannte Gemahlin Godefrids und ihre Vorfahren noch nicht ermittelt werden konnten. An diesem Punkte gilt es, mit neuen Forschungen zu beginnen. daß schon Graf Udo II., der offenbar kinderlos verstorbene Bruder von Ottos Vater Heribert (vgl. Tafel S. 46), in enger Verbindung zu jener forestis . . . que vocatur Liethforest nachweisbar ist (vgl. J. Halkin et C. G. Roland, Recueil des chartes de l’abbaye de Stavelot-Malmedy I (1909) S. 178 nr. 78). Nicht zuletzt werden Irmingards und Ottos von Hammerstein Beziehungen zu jenen Landstrichen darin sichtbar, daß ihr Eheprozeß gerade in Nijmwegen begann. 21 E. Brandenburg, Die Nachkommen Karls d. Gr. (1935) Tafel 1 und 33; H. Renn, Das erste Luxemburger Grafenhaus S. 31—41; K. F. Werner, Die Nachkommen Karls d. Gr. Tafel VI 36, VII 64, VIII 63. 22 G. Frhr. Schenk zu Schw einsberg, a. a. O. S. 355 f. Übernommen wurde seine Meinung von D. v. Keßler, a. a. O. S. 12 ff.; abgelehnt wurde sie u. a. von R. Parisot, in Annales de l’Est et du Nord I (1905) S. 417 ff.; E. Kim- pen, Rheinische Anfänge S. 31 f.; H. Renn, a. a. O. S. 110. Vgl. auch unten S. 69 Anm. 77. 54