genannt ist, verwundert nicht, da er ja sehr früh verstarb (quoad vixit, non multo tempore)25. In dem Eintrag auf f. 55 v bezeichnete Lizuidis eine Reihe von Leuten als ihre nepotes; und zwar: nepotes mei Dado, Frambertus pater suus, Girbertus carissi- mus, Fridicus. Auf f. 56 r sind es die an die Humbert-Adelindis-Kinder anschlie¬ ßenden Dado Girbertus Udo Fridricus und auf f. 57 r — um einige erweitert — die an die Brüder der Mutter (Huno Arnolf Gerat Franco) anschließenden Namen Dado Girpertus Frampertus (dies vielleicht wieder wie auf f. 55 v der Vater) Frabertus Tiecilin (vgl. auch f. 53 r) Fridri Odo Udo. Es steht allerdings dabei nicht fest, in welcher Weise diese nepos-Verwandtschaft zu deuten ist, ob hier Neffen (d. h. Kinder von Lizuidens Geschwistern) gemeint sind oder etwa Vet¬ tern, falls das Wort nepos in jenem, dem Mittelalter durchaus nicht fremden Sinn26 gebraucht worden sein sollte. Zumal die Geschwister in den Einträgen immer ohne Gemahlin bzw. ohne Gemahl erscheinen und die Einträge selbst einer Zeit anzugehören scheinen, in der sich die Lizuidis-Mutter Adelindis/Acila in zweiter Ehe wiedervermählte, die Kinder der ersten Ehe damals also nicht so alt gewesen sein dürften, daß sie selbst schon wieder verheiratet sein und Nachkom¬ menschaft haben konnten, wird man vielleicht mehr an die zweite Übersetzungs¬ möglichkeit zu denken haben. Wenn in unserem „Schlüsseleintrag“ ein Frambertus als Vater des nepos Dado angegeben wird, so führt das zwar gleichfalls keine Entscheidung in dem einen oder anderen Sinne herbei, haben wir doch sowohl einen Bruder, als auch einen Onkel Lizuidens namens Frambert kennengelernt; daß bei den nepotes aber kein Namengut aus der Herkunftsfamilie der Adelin¬ dis/Acila auftaucht, dürfte zweifellos für die zweite Deutungsmöglichkeit (nepos = Vetter) sprechen. Noch ist die verwandtschaftliche Stellung zweier Personen zu klären, deren Namen im Eintrag auf f. 56 r auf die genannten nepotes folgen und dabei unmit¬ telbar vor den schon behandelten Tanten Emma und Teudrada stehen, und die bei f. 55 v zwischen dem Elternpaar Umbertus-Adelindis und ihren Kindern auf der rechten Seite des Blattes eingeschoben sind: Uualdricus Lizuidis. Da diese beiden Namen zweimal so eng nebeneinander geschrieben Vorkommen, auf f. 56 r vor den amitae Emma und Teudrada stehen und anschließend auf derselben Seite f. 56 r von der Lizuidishand gleichfalls die Bemerkung amitanea mea dul- cissima Lizuidis migravit, parcat tibi deus omnia delicta tua, amen fiat, eingeschrie¬ ben worden ist, wird man die beiden ohne weiteres als Onkel und Tante der Schrei¬ berin (Lizuidis) und wohl auch als ein zusammengehörendes Paar ansehen können. Die Entscheidung, ob sie Verwandte der mütterlichen oder der väterlichen Seite waren und ob jene ältere Lizuidis oder ihr Gatte Waldricus den Geschwistern der 25 Vgl. oben S. 21, 26 Vgl. Prinz v. Isenburg, Historische Genealogie (1940) S. 52. 28