123 gen in Form von Bebauungsplänen bzw. POS zu schaffen haben. Eine Vorgehens weise, die von man- chem kommunalen Vertreter mit Argwohn gesehen wird... 7.4.3 Verkehr Die Abstimmung in Fragen grenzüberschreitender Verkehrsinfastruktur ist angesichts der großen Anzahl von Menschen, die alltäglich die Grenze passieren, um zur Arbeit zu gelangen, Bildungseinrich- tungen aufzusuchen, sich zu versorgen oder ihre Freizeit zu verbringen, ein wichtiges Anliegen der Grenzgemeinden. Im Bereich des ÖPNV sind zwei herausragende Projekte zu nennen: Die Buslinie Saarbriicken- Forbach (City-Express) sowie die Saarbahn Saarbrücken-Sarreguemines. Besagter City-Express wurde 1974 eingerichtet und wird gemeinsam von den Saartal-Linien und der französischen Gesellschaft For- bus betrieben. Täglich werden die 14 Buspaare von insgesamt etwa 300 Fahrgästen genutzt; davon sind rund 40 % Arbeitspendler und 40 % Einkaufspendler. Für die beteiligten Verkehrsbetriebe ist diese Linie rentabel (CETE DE L"EST 1995b:31). Seit Ende Oktober 1997 verkehrt zwischen dem Bahnhof Sarreguemines und Saarbrücken-Malstatt die erste Linie der Saarbahn, die in den nächsten Jahren in nordwestlicher Richtung (Riegelsberg-Heusweiler-Lebach) verlängert werden soll. Ihr Bau wird finan- ziert vom Bund, dem Saarland sowie den anzuschließenden kommunalen Gebietskörperschaften. Dieses bimodale System ist in der Lage, sowohl Straßenbahngleise als auch bestehende Bahnstrecken der Deut- schen Bahn bzw. der SNCF zu nutzen. Letzgenannter Aspekt ist insofern besonders interessant, als die Gemeinden bzw. Kreise im Zuge der Rekommunalisierung des Schienenpersonennahverkehrs in Deutschland und ähnlicher Tendenzen bei der französischen Staatsbahn künftig auch Zugriff auf den lokalen bzw. regionalen Eisenbahnverkehr haben werden. In diesem Zusammenhang wird von den Ge- meinden im Bassin houiller derzeit intensiv über eine Erweiterung des Saarbahnnetzes in Richtung For- bach-St. Avold bzw. Freyming-Merlebach diskutiert. Womöglich kommt auch eine Verlängerung der ersten Linie über Sarreguemines hinaus in Richtung Bitche in Betracht (Républicain Lorrain v. 16.2.1996, 26.2.1996; Saarbrücker Zeitung v. 7.2.1997, 22./23.3. 1997). Begünstigt werden die Bemü- hungen um einen effektiven grenzüberschreitenden ÖPNV durch ein gemeinsames Kommuniqué des saarländischen Ministers für Umwelt, Energie und Verkehr und des Präsidenten des Generalrats des Departement Moselle. Dieses sieht, neben infrastrukturellen Verbesserungen, auch die Schaffung eines gemeinsamen grenzüberschreitenden Tarifsystems für den Bus- und Bahnverkehr vor (Saarbrücker Zeitung v. 8./9.3.1997). Auch im Bereich des Güterverkehrs engagieren sich die Grenzgemeinden für gemeinsame Lösungs- ansätze. Das umfassendste Vorhaben ist hier die Einrichtung eines von der Landeshauptstadt Saarbrük- ken und der Stadt St. Avold getragenen Güterverkehrszentrums, der sogenannte Europort in St. Avold. Mangels verfügbarer Flächen auf saarländischer Seite kam man überein, dieses Logistikdienst- leistungszentrum unter Saarbrücker Beteiligung in St. Avold anzusiedeln. Mit einem EU-Zuschuß von rund einer Million ECU (INTERREG I) entstanden dort Flächen und Gebäude für Lager und Verwal- tung, die heute 26 Transport- und Logistikunternehmen beherbergen, in denen etwa 500 Personen be- schäftigt sind (SECRÉTARIAT PERMANENT 1996:10). Ferner sind in diesem Zusammenhang die geschaf- fenen bzw. erneuerten grenzüberschreitenden Fuß- und Radwegeverbindungen im oberen Saartal zu nennen, darunter die Fußgängerbrücke zwischen Kleinblittersdorf und Grosbliederstroff sowie zwischen Sitterswald und Sarreguemines. 7.4.4 Ver- und Entsorgung Als weiterer Schwerpunkt der kommunalen grenzüberschreitenden Zusammenarbeit läßt sich der Be- reich der Abwasserbehandlung anfuhren. So werden beispielsweise Abwässer der Gemeinde Großros- seln in der Kläranlage Forbach-Marienau behandelt, während die Abwässer aus Schoeneck zur Kläran- lage Völklingen geleitet werden. Der südliche Teil der Gemeinde Kleinblittersdorf ist an die Kläranlage