119 mit Sitz in Sarreguemines74, der nicht nur den Gemeinden der bisherigen Interkomm-AG offentsteht, sondern prinzipiell allen interessierten Gemeinden und Gemeindeverbänden im saarländisch- lothringischen Grenzraum. Der Verein besitzt drei Organe: • die Versammlung SaarMoselle, der neben den Repräsentanten der Mitglieder (i.a..R. Bürgermeister oder Beigeordnete) je zwei Delegierte aus den kommunalen Räten angehören, womit die Kooperation auf die gewählten Gemeinde-/Stadträte ausgeweitet wird; • einen achtköpfigen, paritätisch zu bestzenden Vorstand als Exekutivorgan, dem derzeit der Bürger- meister der Stadt Sarreguemines, René Ludwig, als Präsident vorsteht; • die Ständige Arbeitsgruppe SaarMoselle, die allen künftigen Partnern offensteht und bis auf weite- res vom Kooperationsbüro unterstützt wird. Der Verein soll später zu einem Grenzüberschreitenden örtlichen Zweckverband gemäß Karlsruher Abkommen weiterentwickelt werden (ZUKUNFT SAARMOSELLE AVENIR 1997; Républicain Lorrain v. 8.12.1997)75. 7.4 Grenzüberschreitende Aktivitäten 7.4.1 Umwelt- und Siedlungsplanung Aus der in Kap. 7.2 beschriebenen außergewöhnlich starken Verdichtung der SiedlungsStruktur bei- derseits der Grenze ergibt sich zwangsläufig auch ein überdurchschnittlicher grenzüberschreitender Regelungs- und Abstimmungsbedarf, der sich in besonderer Weise im Bereich von Umweltproblemen zeigt, die ja bekanntlich nicht vor Staatsgrenzen „haltmachen“. So kann auch der Beginn einer engeren Kooperation des Stadtverbandes mit den angrenzenden lothringischen Gemeinden an einem „Umweltproblem“ festgemacht werden, nämlich dem Rosselhochwasser im Jahre 1981. 7.4.1.1 Die Sanierung des Rosseltals Die Rossel, die 27 km auf französischem und 6 km auf deutschem Territorium sowie über 5 km als Grenzfluß zwischen beiden Staaten fließt, ehe sie bei Völklingen in die Saar mündet, überflutete bei besagtem Hochwasser zahlreiche Gärten und Keller und hinterließ eine eindrucksvolle Schmutzfracht. Schon zuvor hatten sich die Anwohner regelmäßig über den im wahrsten Sinne des Wortes „stinkenden“ Fluß beschwert, der damals als einer der am stärksten verschmutzten Flußläufe in Europa galt. Ursache des Geruchs waren primär Phenole aus der nahegelegenen Chemie-Plattform in Carling, die ihre Ab- wässer über die Merle in die Rossel leitet, jedoch erst seit 1987 eine effektivere Abwasserklärung vor- nimmt. Hinzu kamen Abwässer der Kokerei in Marienau sowie ungeklärte häusliche Abwässer großer Teile der Anliegergemeinden. In den letzten Jahren trat zudem eine erhöhte Hochwassergefahr im deut- schen Teil des Rossellaufs auf, die durch eine stetige Absenkung des Talbodens infolge des darunter umgehenden Steinkohlenbergbaus verursacht wurde. Hierdurch erhöhte sich der Eintrag von Schadstof- fen, insbesondere von Schwermetallen, in die Aue - inklusive der Hausgärten (STUFFER 1994; SVS 1997). im Maison franco-allemande pour la jeunesse 75 In der vergleichenden Analyse der behandelten Fallbeispiele (Kap. 8) kann nur die bisherige Interkommunale Arbeitsgemeinschaft berücksichtigt werden, da über die Arbeit von Zukunft SaarMoselle Avenir noch keinerlei Erfahrungswerte vorliegen.